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Ängste: Warme Hände machen warm ums Herz

Wohlige Wärme ist nicht nur physiologisch von Bedeutung. Sie vermittelt auch ein Gefühl von Sicherheit und wirkt einer erlernten Furchtreaktion entgegen.
Hände am wärmenden Lagerfeuer

Gerade in der kalten Jahreszeit genießen viele die wohlige Wärme am Kamin oder in der Sauna. Erica Hornstein und ihr Team von der University of California haben jetzt nachgewiesen, dass es dabei um weit mehr geht als nur um Behaglichkeit. Laut dem Forschertrio vermittelt Wärme ein Gefühl von Sicherheit und könnte so auch bei der Behandlung von Angstattacken und Traumata helfen.

Die Gruppe aus dem sonnigen Süden der USA wandelte klassische Experimente ab, in denen Versuchspersonen vorübergehend Furcht vor eigentlich harmlosen Reizen antrainiert wird. Zunächst erhielten 30 Probanden immer dann einen kleinen Stromschlag, wenn diese bestimmte Gegenstände in der Hand hielten, etwa einen Gummiball oder ein Wärmekissen. Bekamen sie hingegen einen Holzblock, so folgte kein Elektroschock. Mit der Zeit lernten sie, wann sie einen unangenehmen Reiz zu erwarten hatten, und begannen schon beim Anblick des damit assoziierten Objekts zu schwitzen. Mit einer Ausnahme: Beim Wärmekissen konnten die Forscher keine Veränderung in den Körpersignalen feststellen, obwohl es genau wie die anderen Gegenstände zuverlässig einen Stromschlag voraussagte.

Auf Wärme lässt sich keine negative Reaktion konditionieren

Um die besondere Wirkung von Wärme genauer zu untersuchen, führte die Gruppe um Hornstein noch einen Versuch mit 30 weiteren Teilnehmern durch. Diesmal folgten Stromschläge auf bestimmte Fotos. Sobald die Probanden die Verknüpfung verinnerlicht hatten, verknüpften die Versuchsleiter die Bilder mit den Gegenständen aus dem ersten Experiment. Wieder blieb nur auf das Wärmekissen eine Angstreaktion aus.

Den Forschenden gelang es also nicht, eine Furchtreaktion auf Wärme zu konditionieren. Und auch wenn ein anderer Reiz mit einem Stromschlag gepaart wurde, unterband das Wärmekissen die konditionierte Furchtreaktion. Einen ähnlichen Effekt hatte Erica Hornstein schon 2018 bei Anwesenheit von nahestehenden Bezugspersonen beobachtet. Sowohl soziale Nähe als auch Wärme aktivieren das körpereigene Opioidsystem. Daher vermutet das Team um Hornstein, dass Opioide auch bei den neuen Befunden eine Rolle spielen könnten.

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