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Schmerzforschung: Ärzte können Schmerzempathie kontrollieren

Ärzte lernen ihre angeborene Mitleidreaktion zu unterdrücken, wenn sie Patienten therapiebedingt wehtun müssen, berichtet eine Forschergruppe um Jean Decety von der Universität Chicago.

Die Wissenschaftler testeten, wie Ärzte auf beobachteten Schmerz reagieren und verglichen die Reaktionen mit denen von Personen, die keine Erfahrung darin hatten, Menschen kontrolliert wehzutun. Dafür zeigten die Forscher den Testpersonen Videos mit Menschen, die entweder mit Nadeln in die Mundregion sowie in Hände und Füße gestochen oder mit Wattestäbchen berührt wurden. Während die Teilnehmer die Szenen betrachteten, wurde ihr Gehirn mittels funktioneller Kernspintomografie (fMRT) überwacht.

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Schmerzverarbeitung im Gehirn | Ärzte können lernen, ihre eigene Schmerzempfindung zu kontrollieren, wenn sie Patienten leiden sehen. Normalerweise sind Hirnareale für die Schmerzverarbeitung bereits aktiv, wenn Menschen beobachten, wie eine andere Person Schmerz empfindet.
Die Forscher nahmen Hirnregionen unter die Lupe, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind, etwa den somatosensorischen Kortex, die vordere Inselrinde, das periaquäduktale Grau (PAG) und den vorderen cingulären Kortex. Diese Bereiche waren bei den unerfahrenen Versuchspersonen besonders aktiv, wenn die Nadelszenen erschienen, nicht aber, wenn sie beobachteten, wie Menschen mit Wattestäbchen berührt wurden. Die Schmerzareale im Gehirn der Ärzte feuerten dagegen weder bei dem einen noch bei dem anderen Video. Stattdessen aktivierte die Nadelszene Hirnbereiche, die mit der Kontrolle von Emotionen in Verbindung gebracht werden.

Die untersuchten Mediziner konnten demnach ihre Schmerzempathie unterdrücken – eine Fähigkeit, die es ihnen ermöglicht, einen Patienten konzentriert zu behandeln, auch wenn dieser dabei Schmerzen erleidet, so Jean Decety. (as)
28.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.09.2007

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