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Gefahr für Menschen

Affen in Florida tragen tödliches Virus

Seit 100 Jahren leben Affen in einem Naturschutzgebiet in Florida. Nun zeigt sich: Sie tragen ein Virus, das menschliche Gehirne zerstört.
Männlicher Makak guckt genervt in die Kamera.

Sie wurden eingeführt, um Touristen zu unterhalten, doch jetzt ist wohl Schluss mit lustig: Makaken in einem Naturschutzgebiet in Florida tragen das für Menschen potenziell tödliche Herpes-B-Virus, berichtet eine Arbeitsgruppe um Samantha M. Wisely von der University of Florida. Bis zu 14 Prozent der untersuchten Affen scheiden das Virus im Speichel aus und können es so theoretisch auf Menschen übertragen, schreibt die Gruppe in "Emerging Infectious Diseases". Herpes B, auch Affenherpes genannt, zerstört Teile des Gehirns und ist unbehandelt bei etwa vier Fünfteln der Infizierten tödlich. Zwar sind Infektionen selten und gehen meist von Tieren in Gefangenschaft aus, wegen der großen Anzahl der Affen und ihrem engen Kontakt zu Menschen sehen die Forscher allerdings ein reales Gesundheitsrisiko; 2017 machten die Affen im Park Schlagzeilen, als sie eine Familie bedrängten.

Etwa 800 der in den 1930er Jahren ausgesetzten Makaken leben im und um den Silver Springs State Park in Florida. Das Virus ist unter ihnen recht weit verbreitet und verursacht nur eine leichte Erkrankung, befallene Menschen entwickeln jedoch eine schwere Gehirnentzündung. Die Gruppe um Wisely fand den Erreger in Blutproben von etwa einem Viertel von über 300 Tieren, die in den Jahren 2000 bis 2012 gefangen wurden; außerdem ergab eine Auswertung von 121 oralen Abstrichen der Affen aus den Jahren 2015 und 2016, dass die Tiere das Virus während der Paarungszeit im Herbst mit dem Speichel abgeben. Auf Grund der Gefahr für Menschen haben die Behörden nun angekündigt, die Tiere aus dem Park zu entfernen.

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