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Agakröten: Toadzilla wurde eingefangen

Agakröten haben in Australien einen notorisch schlechten Ruf: Die eingeschleppten Lurche fressen sich durch die heimische Fauna - gerade wenn sie derartig groß werden.
Toadzilla - die größte Agakröte Australiens
Diese riesige Agakröte fanden Ranger nur durch Zufall. Wegen seiner Größe nannten sie den Lurch »Toadzilla«.

Alles begann mit einer guten Absicht: Um die wertvollen Zuckerrohrplantagen vor gefräßigen Käfern zu schützen, führten Australier in den 1930er Jahren Agakröten (Rhinella marina) in Queensland ein. Doch die giftigen Lurche beschränkten sich nicht auf die Sechsbeiner, sondern entwickelten einen großen Appetit auf andere Amphibien, Schlangen, kleine Säugetiere oder Vögel und breiteten sich massiv auf dem fünften Kontinent aus. Heute gelten sie als eine bedrohliche Landplage, die mit allen Mitteln bekämpft wird. Doch manchmal schockieren einzelne Exemplare selbst hartgesottene Ranger, wie das Queensland Department of Environment and Science meldet.

Kylee Gray war mit ihrem Team im Conway National Park in Queensland unterwegs, als sie ihr Fahrzeug stoppen mussten, weil eine Schlange den Weg kreuzte. Als sie zur näheren Beobachtung ausstiegen, bemerkten sie direkt neben der Straße eine riesige Agakröte. »Ich griff nach der Kröte und konnte nicht glauben, wie groß und schwer sie war«, sagte Gray. »Wir nannten sie Toadzilla und setzten sie schnell in einen Behälter, damit wir sie aus der Wildnis entfernen konnten.«

Insgesamt wog das Tier 2,7 Kilogramm und entpuppte sich als Weibchen, wie sich bei genauerer Untersuchung herausstellte. Diese werden größer als die Männchen, aber in diesen Dimensionen wurde wohl noch kein anderes Exemplar nachgewiesen. Womöglich handelt es sich sogar um einen neuen Gewichtsrekord für die Art. »Eine Agakröte dieser Größe frisst alles, was in ihr Maul passt, also auch Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere«, so Gray. Wie alt das Tier ist, blieb unklar. Allerdings können diese Lurche bis zu 15 Jahre alt werden. Angesichts der Größe vermuten Gray und Co, dass das Tier schon lange Zeit in dem Gebiet lebte.

Da weibliche Agakröten bis zu 30 000 Eier pro Saison legen können, sind die Ranger froh, das Toadzilla genannte Exemplar gefangen zu haben. Womöglich endet es im Queensland Museum, da die Kröte neuer Rekordhalter der Art sein könnte. Agakröten haben in Australien nur wenige natürliche Feinde, da Beutegreifer wie Beutelmarder, Schlangen oder Krokodile nicht an deren Gift angepasst sind und durch den Verzehr sterben können. Umgekehrt vertilgen die Lurche viele australische Arten und gefährden diese. Da auch schon Haustiere an ihrem Gift gestorben sind, werden diese Amphibien intensiv bekämpft – ohne dass dies ihren Vormarsch aufgehalten hätte. Mittlerweile sind sie großflächig in Ost- und Nordaustralien beheimatet.

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