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Antarktis: Aktiver Vulkan unter antarktischem Eis

Mit Hilfe von Radaraufnahmen haben Forscher in der Westantarktis unter dem Eis ausgedehnte Spuren eines Vulkanausbruchs entdeckt, der sich vor 2000 Jahren ereignet hat. Der zu Grunde liegende Hotspot sei noch immer aktiv und könnte helfen zu erklären, warum gerade in dieser Region die Gletscher besonders stark schwinden.

Hugh Corr und David Vaughan vom British Antarctic Survey hatten Daten einer Überfliegung des Gebietes rund um den Pine-Island-Gletscher analysiert. Dabei war ihnen eine besonders starke Reflexion in den mittleren Eisschichten aufgefallen, die eine Fläche von 23 000 Quadratkilometern bedeckt – das entspricht etwa der Größe Mecklenburg-Vorpommerns – und die sie als Aschelage einer Vulkaneruption deuten.

Die Forscher schätzen, dass bei dem Ausbruch zwischen 0,02 und 0,3 Kubikkilometer Brocken, Staub und Asche in die Luft gesprengt wurden und eine bis zu zwölf Kilometer hohe Wolke entstand. Für die Antarktis dürfte es sich um den stärksten Ausbruch der letzten 10 000 Jahre gehandelt haben, so die Forscher. Zum Vergleich: Beim Ausbruch des Pinatubo am 15. Juni 1991 gingen geschätzt fünf Kubikkilometer Material in die Luft.

Der Fluss des Pine-Island-Gletschers hat sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigt, und die Wissenschaftler vermuten nun, dass Wärme aus vulkanischer Aktivität dazu beigetragen hat. Schmelzwasser auf der Unterseite der Eismasse gäbe ein hervorragendes Schmiermittel ab. Der Kontinent beherbergt zahlreiche stille und noch aktive Vulkane, wie den Mount Erebus auf Ross Island. (af)
23.01.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 23.01.2008

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