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Akupunktur: Wann können Nadeln helfen?

Ob Rückenschmerzen, Arthritis oder Migräne – wenn nichts mehr hilft, soll Akupunktur es richten. Doch wissenschaftliche Beweise sind rar. Der Versuch einer Einordnung.
Akupunkturnadeln stecken in Rücken

Der Eingang zur Schmerzambulanz in Münster lag im Innenhof, versteckt zwischen üppiger Bepflanzung. An einem sonnigen Frühlingstag vor einigen Jahren fand mein erster Termin zur Akupunktur-Sprechstunde statt. Zugegeben, ich war skeptisch, ob Nadeln mir helfen würden. Aber wie an jedem Tag der vorausgangenen vier Wochen plagten mich auch an diesem Morgen starke Kopfschmerzen sowie Übelkeit. Ich wollte also nichts unversucht lassen.

»Was führt Sie zu uns?«, fragte der Arzt, nachdem ich in dem Behandlungszimmer Platz genommen hatte. Seit der Jugend lebe ich mit Migräne. Alle zwei bis drei Wochen reißt mich ein Anfall mal mehr, mal weniger aus dem Alltag. Glücklicherweise gibt es mit der Wirkstoffgruppe der Triptane Medikamente, mit denen ich die Anfälle gut lenken kann und dies auch tat – bis ich erfuhr, dass ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Wenngleich Sumatriptan als relativ unbedenklich für das Ungeborene gilt, war ich verunsichert. Nach Rücksprache mit meinem Hausarzt entschied ich mich, die Migräneattacken mit unbedenklichen Schmerzmitteln auszusitzen – leider ohne Erfolg.

Nach zahlreichen Arztbesuchen (Hausarzt, Neurologin, Gynäkologin) fand ich mich also in der Praxis wieder, die sich auf Schmerztherapie spezialisiert hatte. Geduldig hörte sich der Mediziner meine Geschichte an, machte sich Notizen, fragte nach. Dann bestätigte er, was andere Ärzte schon zuvor gesagt hatten: Ich solle es zumindest ausprobieren mit der Akupunktur. Zweimal pro Woche, fünf Wochen lang, sollten Edelstahlnadeln in meinem Körper den Schmerz lindern. Zur ersten Behandlung blieb ich gleich dort.

Akupunktur soll die Selbstheilungskräfte mobilisieren

Während ich versuchte, auf der Behandlungsliege zu entspannen, schob er bis zu zehn biegsame Einmalnadeln unter meine Haut ins darunterliegende Gewebe. Dort blieben sie bis zu 30 Minuten. Die feinen Werkzeuge sind zwischen 0,2 und 0,4 Millimeter schmal und an der Spitze schräg angeschliffen. Weil sie so dünn sind, schmerzt der Einstich kaum. Einige Nadeln sind mit medizinischem Silikon beschichtet, damit sie leichter durch das Gewebe gleiten. Denn je nachdem, welcher Effekt gewünscht ist, werden die bis zu fünf Zentimeter langen Akupunkturnadeln mehrere Zentimeter tief in die Haut gestochen.

Der Grundgedanke der Akupunktur stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die Theorie: Fließt die Lebensenergie Qi, auch Chi genannt, im Körper in ungeordneten Bahnen, geht es dem Menschen schlecht. Das Stechen mit den Nadeln soll energetische Blockaden lösen und so Selbstheilungskräfte mobilisieren. Die rund 360 Akupunkturpunkte liegen perlschnurartig auf einem System aus wahlweise 12 oder 14 »Energiebahnen«, den Meridianen (siehe »Die Meridiane«). Benannt sind die Bahnen und Punkte nach den Organen, mit denen sie in Verbindung gebracht werden. Dementsprechend gibt es zum Beispiel die spiegelbildlich angelegten Dickdarm-Meridiane sowie dazu passende – jeweils auf der linken und rechten Körperhälfte – Akupunkturpunkte, Dickdarm 1, 2, 3 und so weiter.

Akupunktur im Laufe der Zeit

Bereits vor etwa 3000 Jahren – in der Shang-Dynastie – sollen chinesische Heiler Nadeln eingesetzt haben, um Menschen wieder in seelische und körperliche Harmonie zu bringen. In den 1970er Jahren erreichte Akupunktur auch die westliche Welt. Mit der Zeit wurde das Repertoire um diverse Methoden erweitert: Ob Laserlicht oder Reizstrom, zusätzliche Wärme oder gar Injektionen – die traditionelle Nadelakupunktur hat sich der modernen Medizin angepasst. Laserakupunktur gilt als Ergänzung klassischer Akupunktur und ist besonders interessant für Menschen mit Angst vor Nadeln. Sie arbeitet statt mit mechanischen mit Lichtreizen. Die meisten dieser neuen Anwendungen sind mit der traditionellen Akupunktur allerdings nicht vereinbar, ihr Nutzen ist zudem ebenfalls nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

Welche Nadeln der Behandelnde verwendet, wie tief und in welchem Winkel er sie setzt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Kurze, nur 15 Millimeter lange Nadeln wendet man oft im Gesicht an, während Körpernadeln mit einer Länge von mehr als vier Zentimetern an Beinen oder Armen gesetzt werden. Dort befindet sich mehr Fett- und Muskelmasse als am Schädel. Meine Migräneschmerzen behandelte der Akupunkteur, indem er in den Nacken, die Ohren, Handgelenke und Füße stach. Dabei drehte er die Nadel, bis er einen Widerstand spürte. Ich bemerkte, wie die Stellen kribbelten und warm wurden. Andere Patienten berichten von Schwere oder Taubheit. Diese Empfindungen gelten als Zeichen, dass die Nadel korrekt sitzt. Eine leichte Rötung an der Einstichstelle soll zudem signalisieren, dass der Körper reagiert. Lokal wird also die Durchblutung angeregt.

Wie viele Menschen sich regelmäßig akupunktieren lassen, ist unklar. Denn nicht nur Ärzte und Ärztinnen dürfen nach einer entsprechenden Weiterbildung Nadeln setzen, sondern etwa auch Heilpraktiker. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der »Apotheken Umschau« aus dem Jahr 2019 haben jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann in Deutschland das TCM-Verfahren bereits genutzt. Dabei wird die alternative Heilmethode immer wieder kontrovers diskutiert. Auch Menschen, die Akupunktur erforschen und selbst anwenden, sagen, der genaue Wirkmechanismus sei unklar.

Die Meridiane | Meridiane sind in der traditionellen chinesischen Medizin Leitbahnen, in denen die Lebensenergie (Qi) fließt. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane. Jede Leitbahn ist einem Funktionskreis (Organsystem) zugeordnet. Auf den Meridianen liegen die Akupunkturpunkte, die mit Nadeln behandelt werden.

Ein Dilemma ist das Nichtgreifbare der Methode. Bislang konnten Wissenschaftler etwa nicht beweisen, dass es so etwas wie Energiebahnen im menschlichen Körper überhaupt gibt. Siegfried Mense ist funktioneller Neuroanatom. Bis zu seiner Emeritierung vor zehn Jahren arbeitete und lehrte er an der Universität Heidelberg. Mittlerweile forscht er an der Uni Mannheim zu Mechanismen von Muskelschmerzen. Auf die Frage, wie sich Akupunktur physiologisch erklären lasse, antwortet er knapp: »Gar nicht.« Das System aus Meridianen und Akupunkturpunkten lasse sich nicht im Körper verorten. Ein Argument der Befürworter ist, man könne Energiebahnen nicht sehen. Trotzdem zweifelt Mense. Es gebe kein passendes anatomisches Prinzip: »Nervenbahnen, Lymphbahnen, Gefäßbahnen, also Venen und Arterien – keines dieser Systeme verläuft in irgendeiner Weise wie die hypothetischen Meridiane.«

Der Neuroanatom kritisiert auch die moderne Auslegung des Heilverfahrens. »Im Westen wird die Akupunktur in der Regel als schmerzlindernde, also analgetische Behandlung angewandt«, erklärt er. Dabei sei es ursprünglich ein naturphilosophisches Konzept, um funktionelle Störungen zu behandeln, wie etwa Verdauungs- oder Schlafprobleme. Durch den Fokus auf Schmerzen oder diverse organische Erkrankungen werde der Akupunktur ein wissenschaftlich-medizinischer Stempel aufgedrückt, der dem traditionellen Sinn widerspreche.

»Keines dieser Systeme verläuft in irgendeiner Weise wie die hypothetischen Meridiane«(Siegfried Mense, Neuroanatom)

»Wenn Aussicht auf Besserung besteht, es zumindest gut berichtete klinische Beobachtungen gibt, man den Patienten keine bessere geeignete Therapie vorenthält und immer wieder evaluiert, ob eine Behandlung anschlägt, dann hat Akupunktur durchaus eine Berechtigung in der evidenzbasierten Medizin«, sagt hingegen Johannes Fleckenstein. Der Mediziner leitet die spezielle sportmedizinische Schmerztherapie an der Goethe-Universität Frankfurt und ist zudem stellvertretender Leiter des Wissenschaftszentrums der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA).

Seit 2007 übernehmen gesetzliche Krankenkassen Akupunktur bei chronischen Schmerzen der Ledenwirbelsäule und des Kniegelenks für bis zu zehn Sitzungen innerhalb von sechs Wochen. Mittlerweile werden auch Behandlungen bezahlt, die über die klassischen Diagnosen – also Kreuzschmerz und Kniearthrose – hinausgehen. Auf freiwilliger Basis bezuschussen die Kassen zum Beispiel Anwendungen rund um Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung. Das kann beinhalten: Therapie von Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen sowie Rücken- und Steißbeinschmerzen. Oder – wie in meinem Fall – chronische Schmerzerkrankungen wie Migräne.

Grundlage für diese Entscheidungen waren umfangreiche klinische Studien mit Namen wie German Acupuncture Trials (GERAC), Acupuncture in Routine Care (ARC) und Acupuncture Randomised Trials (ART) – finanziert von Konsortien deutscher Krankenkassen. Im Fokus standen chronische Schmerzen unterschiedlicher Ursachen, neben den zuvor genannten etwa auch Spannungs- und migränebedingte Kopfschmerzen. Allein an den ART- und ARC-Studien nahmen mehr als 300 000 Menschen mit diversen Grunderkrankungen und Schmerzen teil.

Um herauszufinden, ob Akupunktur ihnen hilft, wurden die Teilnehmenden zufällig in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt Akupunktur, während eine andere unbehandelt blieb. Ein solches Studiendesign nennt man randomisierte kontrollierte Studie. Es gab aber noch eine weitere Gruppe, die einer Scheinbehandlung unterzogen wurde, bisweilen auch Minimalakupunktur genannt. Statt tief und an klassischen Akupunkturpunkten zu stechen, werden die Nadeln hierbei nur oberflächlich und abseits dieser Stellen gesetzt. Zu welcher der Gruppen sie gehörten, wussten die Patienten nicht.

Für alle drei untersuchten Diagnosen – Knie-, Kopf- und Rückenschmerzen – zeigte die Akupunkturgruppe eine Verbesserung der Symptome gegenüber denjenigen, die keine Behandlung erhalten hatten. Allerdings: Weder bei den Kopf- noch bei den Rückenschmerzen machte es einen Unterschied, ob an beliebig gewählten Punkten oder an Akupunkturpunkten gestochen wurde. Nur bei der Kniearthrose ergab sich ein minimaler Vorteil der Akupunktur gegenüber der Scheinbehandlung. Die Wirkung der Nadeln sei nichts weiter als ein Placeboeffekt, sagen Kritiker des Verfahrens deshalb.

Dieses Argument lässt Stefanie Joos nicht gelten. Die ärztliche Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung am Universitätsklinikum Tübingen forscht an Akupunktur und bietet sie für unterschiedliche Beschwerden an. »Das Einführen einer Nadel an einer beliebigen Stelle des Körpers kann den lokalen Blutfluss stimulieren, örtliche Immunreaktionen verstärken und schmerzstillende Reaktionen auslösen.« Damit sei es in diesem Zusammenhang falsch, von »Placebo« zu sprechen. Laut Joos müsse man unterscheiden zwischen reinen Placebos und solchen, die sie als aktive Placebos beschreibt. »Letztere ziehen mehr oder weniger erwünschte Reaktionen im Körper nach sich, die man in ihrem Ausmaß und ihrer Wirkrichtung nicht genau abschätzen kann«, sagt die Medizinerin. Das sei bei der Minimalakupunktur der Fall, wenn die Haut an Nichtakupunkturpunkten durchstochen würde. Das Nadeln löse also zwar eine Reaktion aus, die sei aber – im Gegensatz zur Akupunktur – unspezifisch.

Das ist in der Tat ein Dilemma. Denn um zu verhindern, dass allein der Glaube über die Wirkung die Studienergebnisse beeinflusst, müssen sich tatsächliche und Scheinbehandlung vollkommen gleich anfühlen. Im optimalen Fall wissen weder die Probanden noch die Behandelnden, ob es sich um die echte oder die Kontrollbedingung handelt. Bei der Akupunktur ist das unmöglich, denn zumindest der Arzt oder die Ärztin weiß, ob die Nadeln die Akupunkturpunkte treffen. Unbewusst können sie so das Befinden der Patienten beeinflussen.

Die fehlende Kontrollmöglichkeit ist aber nicht das einzige Problem. Zwar mangelt es nicht an klinischen Studien dazu. Allein in den vergangenen 20 Jahren wurden mehr als 28 000 Berichte veröffentlicht, und es gibt Metaanalysen – also Zusammenfassungen vieler Einzelstudien –, die positive Akupunktureffekte beschreiben. Doch eine Analyse aus dem Jahr 2019 von knapp 180 Übersichtsarbeiten und Metastudien hat ergeben, dass die Mehrheit der Forschungsarbeiten zu Akupunktur Mängel in der Methodik oder der statistischen Auswertung aufwiesen. Beispielsweise nahmen zu wenige Probanden teil. Kurz: Es gibt eine unzureichende Anzahl Studien hoher Qualität, um einen positiven Effekt bei chronischen Schmerzen zu belegen.

Nun gäbe es die Möglichkeit, Studien gleich in großem Umfang zu planen oder gegebenenfalls mit mehr Teilnehmern zu wiederholen. Aber, gibt Ärztin Joos zu bedenken, »für konfirmatorische Studien brauchen Forschende ein Budget von bis zu einer Million Euro«. Sie habe mehrfach Anträge für große Akupunkturstudien beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestellt, die aber nie bewilligt worden seien. »Das ist bedauerlich und zeigt einmal mehr, dass die Forschung in Deutschland für solche Large-Scale-Studien im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA, Kanada und Australien deutliche Nachteile hat.«

Hoher Stellenwert trotz fehlender Evidenz

Um die Wissenslücken bezüglich alternativer Heilverfahren zu schließen, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein globales Zentrum für traditionelle Medizin in Indien gründen. Akupunktur, Ayurveda und andere Praktiken sollen hier mit modernen Methoden untersucht werden. Die WHO will damit Standards setzen. Gute klinische Studien zu dem Thema durchzuführen und die Verfahren auf Plausibilität zu prüfen, erscheine sinnvoll, sagte Georg Rüschemeyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Wissenschaftsautor bei der Cochrane Collaboration, einem internationalen Forschernetzwerk, bekannt für seine systematischen Übersichtsarbeiten zu medizinischen Fragen. Es gebe etliche Cochrane Reviews zur Alternativmedizin wie Akupunktur. Aber: »Mir sind noch nicht viele untergekommen, die wirklich überzeugende Evidenz für ein traditionelles Verfahren zeigten«, sagt er.

Trotz aller Unsicherheiten in der Studienlage und dem nach wie vor fehlenden Wirkmechanismus findet man das TCM-Verfahren längst in verschiedenen medizinischen Leitlinien, etwa zu nichtspezifischen Kreuzschmerzen oder zur Behandlung milder bis moderater Morbus-Crohn-Schübe. »Wenn man aktuelle Leitlinien betrachtet, bekommt die Akupunktur dort zunehmend einen höheren Stellenwert«, sagt auch Johannes Fleckenstein. Früher sei sie individuell vor allem in Praxen angeboten worden, heute ist sie Teil von Therapiekonzepten in Krankenhäusern und Unikliniken.

Akupunktur gilt zwar als invasive, aber nebenwirkungsarme Methode. Gelegentlich kommt es zu Blutungen und Schmerzen an den Einstichstellen oder die Wunden entzünden sich. Auch Schwindel und Ohnmacht sind möglich. Schwer wiegende Folgen wie Organ- oder Gewebeschäden sind sehr selten. Dann ist meist die Lunge oder das zentrale Nervensystem betroffen. Um das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen gering zu halten, lohnt sich ein genauer Blick auf die Qualifikationen der Akupunkteure. Nach Vorgaben der Ärztekammer des jeweiligen Bundeslands absolvieren Ärztinnen und Ärzte für die Zusatzausbildung »Akupunktur« mehrere Grundkurse mit umfangreichen praktischen Übungen sowie weitere Praxiskurse. Lernen muss man nicht nur Akupunkturpunkte und Meridiane, sondern ebenso mehr über Schmerztherapie und Psychosomatik. Mindestens 200 Unterrichtseinheiten müssen am Ende der mitunter mehrjährigen Weiterbildung auf dem Zeugnis stehen, damit offiziell Nadeln gesetzt werden dürfen. Auch Heilpraktiker können sich entsprechend qualifizieren, im Gegensatz zu Medizinern die Leistungen allerdings nicht mit der Krankenkasse abrechnen.

»Akupunktur sollte nur durch geübte Hände angewendet werden«(Johannes Fleckenstein, Sportmediziner)

Doch gibt es auch Anbieter, die das TCM-Wissen in reinen Onlinekursen vermitteln. Teilnehmende erhalten dann ebenfalls eine Abschlussbescheinigung, ohne jemals unter professioneller Aufsicht eine Nadel gesetzt zu haben. Schwarze Schafe wie diese gilt es zu meiden. »Die Akupunktur ist aus Sicht der DÄGfA eine ärztlich indizierte und ausgeführte Therapie«, sagt Sportmediziner Fleckenstein. Vor einer erstmaligen Behandlung gehörten Risiken und Nebenwirkungen ebenso besprochen wie bei anderen Therapien. Er rät: »Akupunktur sollte nur durch geübte Hände angewendet werden.«

Geübte Hände wie die des Facharztes für Schmerztherapie, der mir Woche für Woche zehn Nadeln in Kopf, Hände und Füße stach. Die Migräne allerdings zeigte sich unbeeindruckt. Im Nachhinein ist das wenig überraschend. Mittlerweile ist bekannt, dass Akupunktur zwar – eventuell – Migräneattacken vorbeugen, sie aber nicht akut lindern kann. In meinem Fall verschlimmerten sich die Symptome unter den Behandlungen sogar. Letztendlich blieb mir also nichts weiter übrig, als die zu dem Zeitpunkt mehrere Woche andauernde Attacke auszusitzen – etwa bis zur 15. Schwangerschaftswoche. Dann war der Migränespuk plötzlich vorbei. Ob nun mit oder ohne Akupunktur, das lässt sich abschließend nicht beantworten.

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