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News: Akupunkturpunkte im Visier des Chirurgen

Vor zehn Jahren deckte ein Anatom die Feinstruktur der Akupunkturpunkte auf. Seine Erkenntnisse haben jetzt Eingang in die chirurgische Therapie chronischer Weichteilschmerzen gefunden.
Die gewebliche Grundlage der klassischen Akupunkturpunkte ist seit 1987 durch die wissenschaftlichen Untersuchungen des Anatomen Hartmut Heine bekannt. Heine stellte fest, daß Akupunkturpunkte räumlich mit Bündeln von Blutgefäßen und Nerven zusammentreffen. In der Tiefe der Akupunkturpunkte ziehen Gefäß- und Nervenbündel in einer kleinen Lücke durch eine feste Hülle aus kollagenem Bindegewebe, die Muskeln und Unterhautgewebe voneinander trennt.

Der Münchner Chirurg Johann Bauer hat Heines theoretische Erkenntnisse bei 103 Patienten mit chronischen Schulter/Arm- und Schulter/Nacken-Schmerzen in die Praxis umgesetzt. Vorausgegangene therapeutische Maßnahmen waren bei den Patienten ohne Erfolg geblieben.

Bauer konnte bei der chirurgischen Inspektion der Punkte zeigen, daß die Gefäß- und Nervenbündel an dieser Stelle von Kollagen regelrecht eingemauert waren. Die anschließende operative Befreiung und Lockerung der Bündel brachte 41 Patienten eine ausgezeichnete, 29 eine gute und 28 eine befriedigende Verbesserung der Symptome wie zum Beispiel Schmerz, Kraft und Beweglichkeit. Bei fünf Patienten war das Ergebnis nicht zufriedenstellend.

"Die Kombination der Erkenntnisse klassischer chinesischer Akupunktur mit modernen Operationsverfahren könnte für viele chronische Schmerzpatienten eine erfolgversprechende Behandlungsweise bedeuten" zieht Heine seine Bilanz (Biologische Medizin, Ausgabe vom 6. Dezember 1998).

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  • Quellen
Biologische Medizin

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