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News: Alarmierende Ergebnisse

Die weltweite Zerstörung der Umwelt hat in den vergangenen Jahren im Wasser schneller zugenommen als auf dem Festland. Die Wasserqualität und die Fischbestände würden vor allem in Flüssen und Lagunen schwer in Mitleidenschaft gezogen, heißt es in dem am Donnerstag in Rio de Janeiro veröffentlichten Jahresbericht der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). 'Die Tendenz läßt uns mit Sorge auf das dritte Jahrtausend blicken', sagte WWF-Generalsekretär Claude Martin.
Im Bericht "Lebender Planet 1999" des WWF heißt es, daß die Biodiversität – die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten – in den Süßwasser-Ökosystemen zwischen 1970 und 1996 um 45 Prozent abgenommen habe. Die Qualität der Ökosysteme der Meere habe im selben Zeitraum um 35 Prozent abgenommen, während der Durchschnittswert 30 Prozent betrage.

Diese Zerstörung der Umwelt werde vor allem vom Bevölkerungswachstum, der Zunahme wirtschaftlicher Aktivitäten und den Subventionen von Fischerei, Bergbau und anderen Sektoren begünstigt. Alarmierend sei die große Zahl von Amphibien-Arten – Landwassertieren wie Fröschen, Kröten oder Salamandern –, die aufgrund der zunehmenden Verschmutzung und ultravioletter Strahlen in Folge der Ozon-Löcher sogar in Naturparks ausgestorben seien. "Die Umwelt wurde noch nie so zerstört wie in diesem Jahrhundert", sagte Martin.

Der World Wildlife Fund kritisierte weiter die Fortsetzung der Wald-Zerstörungen in einem Umfang von 150 000 Quadratkilometern im Jahr sowie den Hunger auf der Welt aufgrund der ungleichen Verteilung der Agrarproduktion. Die gegenwärtige Getreideproduktion von 330 Kilogramm pro Kopf und Jahr sei ausreichend, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Die Produktion werde aber ungerecht verteilt und zudem zu einem Drittel zur Ernährung des Viehs verschwendet.

Die Kosten der Verluste natürlicher Ressourcen müßten in den Bilanzen der Volkswirtschaften berücksichtigt werden, empfahl Martin. Das würde Regierungen und Entscheidungsträger für das Thema sensibilisieren.

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