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Symbiose : Alge hält hitzige Korallen am Leben

Zu warmes Meerwasser lässt Korallen sterben. Dennoch floriert ein Riff im überhitzten Persischen Golf - dank eines winzigen Mitbewohners.
Gesundes Korallenriff (Symbolbild)

Wenn es Korallen zu heiß wird, werfen sie ihre Untermieter hinaus: winzige Algen, die im Kalkgerüst der Tiere leben und diese in einer symbiotischen Beziehung mit lebenswichtigem Zucker versorgen. Es kommt zur schädlichen Korallenbleiche, die weltweit in vielen Riffen auftritt und sich seit einigen Jahrzehnten zu häufen scheint. Denn bevorzugt gedeihen Korallen in Meerwasser, das zwischen 20 und 30 Grad Celsius warm ist. Überschreiten die Temperaturen dagegen für längere Zeit 34 Grad Celsius, bleibt die heftige Reaktion der Korallen nie aus. Dennoch existieren auch im Persischen Golf gesunde Korallenriffe, obwohl das Wasser dort bisweilen 36 Grad Celsius warm wird – und der Grund dafür ist womöglich eine neu beschriebene Algenart namens Symbiodinium thermophilum, die Jörg Wiedenmann von der University of Southampton und seine Kollegen entdeckt haben.

Diese Alge gedeiht offensichtlich unter verschiedensten Temperaturbedingungen und versorgt ihren Wirt zuverlässig mit Nährstoffen, auch wenn sich die Umgebung aufheizt. In vielen anderen Riffen hingegen stresst die Erwärmung die vorhandenen Symbionten, so dass sie keine Kohlenhydrate mehr produzieren, sondern giftige Moleküle, die den Korallenpolypen schaden. Deshalb stoßen diese ihre Untermieter ab, leiden dann jedoch unter Mangelernährung: Sie können nicht mehr ausreichend Kalk für ihr Gerüst aufbauen, so dass sie unter dem Einfluss der Wellen langsam zerbröseln. Da die Algen zudem für die Färbung der Korallen mitverantwortlich sind, bleichen diese aus. Im Persischen Golf hingegen geht Symbiodinium thermophilum hingegen eine Beziehung mit verschiedenen wichtigen Korallenarten ein und ermöglicht damit selbst im sehr warmen Meer dort den Riffbau. "Das lässt uns hoffen, dass Korallen mehr Möglichkeiten besitzen, sich an stressige Umweltbedingungen anzupassen, als wir bislang dachten", so Wiedenmann. "Allerdings belastet nicht nur die zunehmende Hitze die Korallen, sondern auch die Versauerung, Umweltverschmutzung, Überfischung und Überdüngung sowie die zunehmende Bebauung der Küsten. Nur wenn es uns gelingt, auch diese Probleme zu reduzieren, können die Korallen ihre Fähigkeit nutzen, sich an den Klimawandel anzupassen."

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