Direkt zum Inhalt

Exofossilien: Algen überdauern auf dem Mond

Kurz vor dem AufprallLaden...

Fossile Überreste irdischen Lebens könnten auch auf anderen Himmelskörpern im Sonnensystem zu finden sein – zumindest theoretisch, meinen britische Forscher. So könnten etwa die stabilen Kalkschalen von längst verstorbenen Diatomeen per Meteorit von der Erde auf den Mond gelangen. Immerhin wären sie stabil genug, um den Einschlag auf der Oberfläche zumindest in Teilen intakt zu überstehen, wie die eigens durchgeführte Experimente des Teams belegen.

In ihrem Versuchsaufbau hatten sie fossile Kieselalgen in Eiswürfeln eingefroren und dann mit Geschwindigkeiten von 0,388 bis 5,34 Kilometern pro Sekunde gegen eine Wasserwand geschossen, was einen mittleren Aufpralldruck von etwa 0,2 bis 19 Gigapascal produzierte. Mehr sei bei einem Asteroideneinschlag auch nicht zu erwarten, so die Forscher.

KieselalgenLaden...
Kieselalgen: Stabile Kunstformen der Natur | Diatomeen gehören mit ihren vielfältigen Kieselschalen zu den dekorativsten aller Lebenwesen, wie schon Ernst Haeckel dokumentiert hat: Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus seinem Werk "Kunstformen der Natur" von 1904.

Man kennt viele auf der Erde niedergegangene Meteoriten, die zuvor beim Impakt anderer Objekte vom Mars oder dem Mond freigeschlagen worden sind; ein Austausch von Material zwischen den Planeten des Sonnensystems ist demnach nichts Ungewöhnliches. Demnach wäre denkbar, dass Spuren früher Lebensformen der Erde – die hier wohl wegen der irdischen tektonischen Aktivität längst verschwunden sind – auf der Mondoberfläche konserviert bleiben, auf der sie einst abgestürzt sind. Eigentlich ein sehr naheliegender Gedanke: "Wir waren überrascht, dass offenbar noch nie jemand ernsthaft getestet hat, ob Fossilien einen Meteoritentransport überstehen würden", fasst Studienleiter Mark Burchell von der University of Kent zusammen.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos