Algenblüten: Hochgiftige Meeresalgen nachgewiesen

Die marine Algenspezies Karenia cristata, die 2025 an einer verheerenden toxischen Algenblüte vor Südaustralien beteiligt war, ist die weltweit giftigste Mikroalgenart, die Fachleute bisher beschrieben haben. Das berichtet eine Forschungsgruppe um Shauna Murray von der University of Technology Sydney.
Das Forschungsteam führte Experimente mit im Labor gezüchteten Stämmen von Karenia cristata durch, um deren Toxizität genauer zu untersuchen. Dabei nutzten die Fachleute verschiedene Bioassay-Methoden und chemische Analyseverfahren, um die Giftigkeit von Karenia cristata sowie von Wasserproben zu prüfen, die im Bereich der Algenblüte aus dem Ozean entnommen worden waren. Das massenhafte Auftreten der Giftalgen vor Südaustralien dauerte monatelang an und verursachte enorme ökologische und wirtschaftliche Schäden. Meerestiere starben zu Tausenden; Badegäste klagten über diverse gesundheitliche Beschwerden.
Laut den Analysen der Forschungsgruppe setzt Karenia cristata verschiedene Neurotoxine frei, darunter sogenannte Brevetoxine, die das Nervensystem schädigen sowie die Atem- und Herzkreislauffunktion stören. »Die Spezies zeigt stärkere toxische Wirkungen als bisher untersuchte schädliche Algenarten«, äußert Murray in einer Pressemitteilung ihrer Institution. Die Giftwirkung liege bei vergleichbarer Zellkonzentration um eine Größenordnung höher als bei Karenia brevis, die zuvor als toxischste Mikroalge bekannt gewesen war. »Das erklärt teilweise das Ausmaß der beobachteten Schäden, zu denen über viele Monate hinweg das Massensterben von wirbellosen Tieren, Fischen, Säugetieren und Vögeln gehörte.« Schon bei sehr niedrigen Zellkonzentrationen könne Karenia cristata hochgiftig sein.
Karenia cristata als kaltwasserbewohnende Algenspezies, die Brevetoxine produziert, könne potenziell überall dort aufblühen, wo ähnliche Küstenwasserbedingungen herrschten wie vor Südaustralien, betont Murray. Die schädliche Algenblüte dort sei auch etwa 15 Monate nach ihrem Beginn noch nicht vollständig abgeklungen. Es sei wichtig aufzuklären, welche Faktoren das Algenwachstum fördern. Testverfahren zu entwickeln, die toxische Algen nachweisen, könne künftig helfen, ihrer massenhaften Vermehrung entgegenzuwirken.
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