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Infektionskrankheiten: Algenkontrolle reguliert Moskitodichte und senkt damit Malariagefahr

Indem sie Algen aus Tümpeln und Pfützen entfernten, in denen sich Stechmückenlarven entwickeln, konnten Wissenschaftler in Mexiko die Zahl der blutsaugenden erwachsenen Tiere über mehrere Wochen hinweg drastisch senken und damit das Risiko einer Malaria-Infektion stark verringern.

Guillermo Bond von ECOSUR und seine Kollegen hatten in zwei aufeinander folgenden Jahren jeweils zur Trockenzeit entlang des Coatán-Flusses in Chiapas ufernahe Wasserstellen von der fädigen Grünalge Spirogyra befreit und die Entwicklung der Mückenlarven-Populationen mit Kontrollpunkten verglichen. Dabei stellten sie fest, dass die Individuenzahlen in den behandelten Zonen etwa sechs Wochen brauchten, um in etwa wieder den Wert in den benachbarten Abschnitten zu erreichen.

Gleichzeitig ging in der Gegend die Zahl der adulten Tiere deutlich zurück, wie die Forscher mit Lichtfallen, aber auch mit menschlichen Freiwilligen nachweisen konnten. Diese hatten sich mit bis zu den Knien hochgerollten Hosenbeinen in und vor Häusern stundenlang auf einen Stuhl gesetzt. Jede Mücke, die auf ihnen landete, wurde von den Forschern eingefangen und auf den Malaria-Erreger Plasmodium untersucht. Die Teilnehmer hatten vorher eine Malaria-Prophylaxe bekommen.

Vegetation in Gewässern bietet gute Möglichkeiten zur Eiablage und den sich im Wasser entwickelten Jugendstadien Futter und Schutz vor Räubern. Die Dichte der Larven von Anopheles pseudopunctipennis, die in Mittel- und Südamerika den Malaria-Erreger überträgt, hängt direkt mit der Algendichte in den Brutstätten zusammen. In Indien hatte ein ähnliches Projekt ebenfalls zur Kontrolle der Stechmücken beigetragen. Das Ausräumen von Wasserpflanzen hatte zudem geholfen, den Parasiten Mansonia sp. zu regulieren, der dort Filariose überträgt.

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