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News: Algorithmus erkennt Trendthemen an plötzlichen Worthäufungen

Anhand ungewöhnlicher Häufungen bestimmter Wörter lässt sich erkennen, welche Themen gerade beliebt sind oder heiß diskutiert werden. Mit einem Algorithmus, den der Informatiker Jon Kleinberg von der Cornell University im amerikanischen Ithaca entwickelte, lassen sich jene Abweichungen von der Norm automatisch erfassen und Trends ermitteln.

Kleinberg kam die Idee zu dem Algorithmus, als er versuchte, der Flut eingehender E-Mails Herr zu werden. Dabei fiel ihm auf, dass im Zuge neu aufkommender wichtiger Themen plötzlich bestimmte Schlagwörter ständig wiederholt wurden. So fand der Dozent mit seinem Algorithmus denn auch schnell Wörter wie "Vorprüfung" zur Zeit der Zwischenexamina. Und auch die eingehende Analyse der Rede zur Lage der Nation, die seit 1790 jährlich vom amtierenden US-Präsident gehalten wird, offenbarte den jeweiligen Zeitgeist.

Kleinberg meint, dass Suchmaschinen, die auf einen solchen Algorithmus zurückgreifen, besser als bisherige Techniken die Inhalte finden könnten, die der Nutzer wirklich sucht. So hätte die Suche nach dem Begriff "Heckenschütze" vor einigen Monaten sicherlich auf Informationen rund um die Verbrechen im Großraum Washington abgezielt. Vier Jahrzehnte zuvor wäre es hingegen um das Attentat auf John F. Kennedy gegangen.

Ein anderes Beispiel: Vor gut zwei Jahren hätte man mit dem Begriff "Atomstreit" die Auseinandersetzungen der Bundesregierung mit der Atomlobby um den Ausstieg aus der Kernenergie gemeint. Heute steht derselbe Begriff jedoch in erster Linie für die diplomatische Krise mit Nordkorea um die Wiederaufnahme des Atomprogramms.

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  • Quellen
AAAS Anual Meeting, Denver (13.-18.2.2003)

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