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News: Alle 42 Jahre wieder ...

Uranus besitzt ein Ringsystem. Allerdings ein derart zartes, dass es auch in den größten Teleskopen von der Erde aus meist nicht beobachtet werden kann. Rund alle vier Jahrzehnte ändert sich dies jedoch.
Dann nämlich, wenn das Ringsystem des Gasriesen während des Umlaufs um die Sonne von der Erde aus gesehen in Kantenstellung rückt, was momentan gerade geschieht. Ein Trick ermöglicht es den Astronomen in dieser Zeit, die Ringe sichtbar zu machen, die normalerweise von der Helligkeit des Planeten überstrahlt werden. Uranus wird mit einem speziellen Filter fotografiert, welcher das in seiner Atmosphäre vorkommende Methan absorbiert. Dadurch verringert sich auf den Aufnahmen die Helligkeit von Uranus stark und seine Ringe treten hervor.

Auf Bildern, die den Ring in Kantenstellung zeigen, suchen die Wissenschaftler nach bisher unbekannten Trabanten und Strukturen im Ringsystem. Auch bietet das seltene Ereignis eine optimale Gelegenheit, um gegenseitige Bedeckungen von Monden zu beobachten. Diese so genannten Okkultationen oder Transits dienen den Forschern unter anderem zur Bestimmung der Monddurchmesser und enthüllen potenzielle Atmosphären. In den 84 Jahren, die Uranus für einen Umlauf um die Sonne benötigt, blicken wir jeweils abwechselnd auf die nördliche oder südliche Halbkugel. Während eines Ringdurchgangs sind beide Hemisphären gleichzeitig zu sehen.

Uranusringe in Kantenstellung
Das Bild oben zeigt Uranus, aufgenommen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO in der chilenischen Atacama-Wüste. Links des Gasplaneten steht sein Mond Ariel, der einen Durchmesser von rund 1100 Kilometern besitzt. Er ist von der Größe her mit den 2006 eingeführten Zwergplaneten vergleichbar. Seine Oberfläche ist geologisch aktiv. Rechts neben Uranus steht der rund 470 Kilometer große Mond Miranda. Seine Oberfläche ist von tiefen Tälern durchfurcht. Auch Anzeichen für Eisvulkane wurden gefunden. Direkt über der Ringkante sind zwei weitere Monde von Uranus zu sehen. Der rund 150 Kilometer messende Puck und die rund 100 Kilometer kleine Portia.

Fast alles, was über Uranus und seine Monde bekannt ist, übermittelte im Januar 1986 die amerikanische Raumsonde Voyager 2. Im Gegensatz zu Saturn bestehen die Ringe von Uranus überwiegend aus sehr dunklen Partikeln, die nur wenig Licht reflektieren. Außerdem sind sie sehr dünn und schmal, weswegen sie erst 1977 entdeckt wurden, als die Wissenschaftler eine Sternbedeckung durch Uranus verfolgten. Alle Monde im Uranussystem sind nach Figuren aus William Shakespeares Stück „Ein Sommernachtstraum“ benannt.

MS

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