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Ornithologie: Als Anhalter über den Äquator

Freilebende Pinguine im nördlichen Pazifik haben auf dem Weg dorthin vermutlich eine Mitfahrgelegenheit genutzt, meint die Gruppe der Ornithologin Dee Boersma. Die flugunfähigen Vögel könnten Fischern vor der Küste Südamerikas ins Netz gegangen sein. Als Mitglied der Bootsbesatzung haben sie dann wohl die 5000 Seemeilen Richtung Norden hinter sich gebracht, bevor sie wieder von Bord gingen.

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Humboldt-Pinguin | Dieser Humboldt-Pinguin ging am 18. Juli 2002 dem Lachsfischer Guy Demmert vor Noyce Island, Alaska ins Netz.
In den vergangenen 50 Jahren wurden vor den Küsten von British Columbia, Washington und Alaska immer wieder Pinguine beobachtet, obwohl ihr natürlicher Lebensraum ausschließlich auf der Südhalbkugel liegt. Einige der Beobachtungen sind durch Bilder belegt. Die Wissenschaftler von der Universität Washington schließen aus, dass diese Tiere die gewaltige Strecke über mehrere Klimazonen hinweg aus eigener Kraft bewältigt haben. Ebenso unwahrscheinlich scheint den Experten, dass die Vögel aus Zoos entwischt sind. Und auch eine dritte Alternative verwerfen sie: Zwar gab es Anfang bis Mitte des vorigen Jahrhunderts Versuche, die possierlichen Frackträger auf der Nordhalbkugel anzusiedeln. Jedoch verschwanden alle vom Menschen geschaffenen Kolonien der Wildtiere innerhalb von zehn Jahren.

Das letzte bekannte Rendezvous zwischen Humboldt-Pinguin und Mensch fand 2002 vor der Küste Alaskas statt: Der Fischjäger hatte sich in einem Netz verfangen. Vom äußeren Eindruck her schien er sich in den Jagdgründen der Pinguindiaspora wohlzufühlen. Wie viele ortsfremde Pinguine die Nordmeere bevölkern, muss übrigens Spekulation bleiben: vielleicht gehen mehrere Beobachtungen auf ein und dasselbe Tier zurück. Schließlich können Pinguine in freier Wildbahn bis zu 30 Jahre alt werden. (map)
07.06.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.06.2007

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