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News: "Alternativer Nobelpreis" geht nach Burundi, Schweden, Paraguay und Australien

Der mit zwei Millionen Schwedischen Kronen dotierte "alternative Nobelpreis" geht dieses Jahr an die Organisationen Centre Jeunes Kamenge in Burundi und Kvinna till Kvinna in Schweden sowie an den paraguayischen Menschenrechtler Martin Almada. Der Ehrenpreis wird an den Australier Martin Green verliehen.

Das Centre Jeunes Kamenge, 1991 gegründet, erhält den Preis für seinen "exemplarischen und unbezwingbaren Mut und Mitgefühl", mit dem die inzwischen 20 000 Beteiligten nach dem mörderischen Bürgerkrieg beweisen, dass junge Menschen aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammenleben und eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Harmonie aufbauen können. Zu den zahlreichen Aktivitäten zählen Schulungskurse, Sportveranstaltungen, Diskussionsrunden, AIDS-Beratung und vieles mehr.

Kvinna till Kvinna ist eine schwedische Organisation, die 1993 als Reaktion auf den Balkankrieg und die Gräueltaten, die dort an Frauen begangen wurden, gegründet wurde. Die Mitglieder unterstützen vor allem Projekte vor Ort, mit denen Frauenorganisationen im Wiederaufbau und der sozialen Neuordnung in ihren Ländern unterstützt werden. Der alternative Nobelpreis würdigt "den bemerkenswerten Erfolg, mit dem die Organisation die Wunden von ethnischem Hass und Krieg heilt, indem sie Frauen hilft, die wichtigsten Aktivisten in der Versöhnung und dem Friedensprozess zu sein."

Der 1937 geborene Paraguayer Martin Almada wird ausgezeichnet für seinen außerordentlichen Mut und seine anhaltenden Anstrengung im Kampf um die Demokratie in seinem Heimatland. Selbst inhaftiert und gefoltert, hat er immer versucht, die Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und die Verantwortlichen aufzudecken. Anfang der neunziger Jahre, nach Tätigkeiten für die UNESCO, gelang ihm ein wichtiger Durchbruch, als er in Paraguay geheime Aufzeichnungen der Polizei zu Inhaftierungen und Folterungen entdeckte, die sich als wichtigste Dokumente zu staatlicher Willkür entpuppten.

Martin Green von der University of New South Wales, der den Ehrenpreis erhält, gehört zu den bedeutendsten Forschern und Erfindern im Bereich der Photovoltaik. Die Jury würdigt ihn "für seinen Einsatz und herausragenden Erfolg, den er in der Lösung der technologischen Schlüsselfrage unseres Zeitalters hat: der Nutzbarmachung solarer Energie".

Der "alternative Nobelpreis" wird nicht von dem schwedischen Nobelpreiskomitee vergeben, sondern von der Right Livelihood Award Foundation, gegründet 1980 von Jakob von Uexkull, einem deutsch-schwedischen Schriftsteller und früheren Mitglied des Europäischen Parlaments.

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