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News: Altes Wrack in großer Tiefe entdeckt

Das Wrack eines etwa 2300 Jahre alten griechischen Handelsschiffes beweist, dass die Seeleute der damaligen Zeit sehr wohl hinaus auf die offene See segelten. Denn bisher hatte man angenommen, dass den Seefahrern im antiken Griechenland die navigatorischen Fähigkeiten fehlten, um weite Strecken über das offene Meer zurückzulegen. Aber die Überreste des Schiffes, das von Rhodos nach Alexandria unterwegs war, wurden weit entfernt vom Festland in 3000 Metern Tiefe gefunden.
Im Frühjahr 1999 suchte die auf Tiefsee-Erkundungen spezialisierte amerikanische Firma Nauticos im östlichen Mittelmeer das Wrack eines 1968 gesunkenen israelischen U-Bootes. In einer Tiefe von 3000 Metern entdeckte man mit Hilfe des Sonars fünf Objekte auf dem Meeresgrund. Die nähere Untersuchung ergab, dass es sich um antike Schiffe handelte. Allerdings konnte nur ein Wrack von einem Tauchroboter genauer untersucht werden. Wissenschaftler des Institute of Nautical Archaeology (INA) an der Texas A & M University, welche die Videoaufzeichnungen und Sonardaten analysierten, schätzen das Schiff auf ein Alter von ungefähr 2300 Jahren.

Obwohl das Holz weitgehend verrottet ist, ließ sich erkennen, dass das Schiff etwa 30 Meter lang war und auf der Backbordseite liegt. Die Ladung des Schiffes ist noch gut erhalten. Die Wissenschaftler konnten sechs verschiedene Typen von Weinamphoren feststellen, darunter sind Amphoren von den griechischen Inseln Rhodos und Kos. Außerdem befinden sich fünf Bleianker an jener Stelle, wo einmal das Vordeck des Seglers gewesen war. Inmitten der Amphoren zeigten die Videoaufnahmen einen großen Metallkessel. Dieser Kessel hat seit über 2000 Jahren Sedimente in seinem Inneren gesammelt, die Aufschlüsse über Veränderungen im Mittelmeer geben können. Die Wissenschaftler des INA suchen nun nach einem Weg, Sedimentproben aus dem Kessel zu entnehmen.

Das Wrack liegt in dem Meeresgebiet zwischen den alten Handelszentren Rhodos und Alexandria – 300 Meilen von der nächsten Küste entfernt. Da die Ladung aus griechischem Wein bestand, vermuten die Wissenschaftler, dass es auf dem Weg nach Ägypten war. "Wir haben immer geglaubt, dass die Schiffe in der damaligen Zeit nur in Sichtweite zur Küste gesegelt sind", erklärte Brett Phaneuf von der INA. "Aber diese Theorie ist nicht länger haltbar, denn die Schiffe sind soweit wie möglich vom Festland entfernt und sie sind nicht zufällig dort."

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  • Quellen
Archaeology 54 (2001)

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