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Klimawandel: Am Indus wird das Wasser knapper

Übergang vom Tibet-Plateau in den Himalaja
Die globale Erwärmung wird auch die Gletscher der asiatischen Hochgebirge schrumpfen lassen und damit den Wassernachschub für Lebensadern wie Ganges, Indus oder Brahmaputra begrenzen, von denen mehr als 1,4 Milliarden Menschen abhängig sind. Die Auswirkungen könnten aber milder ausfallen als bislang gedacht.

Walter Immerzeel von der niederländischen Organisation Futurewater und Kollegen hatten auf der Basis verschiedener Modelle die Wasserbilanzen für die Einzugsgebiete von Indus, Ganges, Brahmaputra, Jangtse und des Gelben Flusses erstellt. Der Schnee- und Schmelzwassereintrag spielt dabei vor allem für den Indus und den Brahmaputra eine Rolle, in den anderen Flusssystemen hingegen steuern Niederschläge in den tiefer gelegenen Regionen ebenfalls große Wassermengen bei.

Dementsprechend wird der Klimawandel vorwiegend für die 60 Millionen Menschen im Industal mit seiner bewässerungsintensiven Landwirtschaft und am Brahmaputra die Versorgungslage verschärfen. In den anderen Talsystemen werden höhere Niederschlagsmengen den Verlust an Schmelzwasser teilweise ausgleichen. Am Gelben Fluss dürften stärkere Regenfälle sogar das Wasserangebot gerade zu Beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr verbessern.

Obwohl sich die Gletschersituation im Hochland von Tibet und den benachbarten Hochgebirgsregionen also deutlich verändern werde, so Immerzeel und Kollegen, werde der Einfluss nicht so groß sein wie beispielsweise vom Weltklimarat vorhergesagt. Es lasse sich außerdem keine generelle Aussage treffen, sondern jedes Einzugsgebiet müsse für sich betrachtet werden. (af)

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  • Quellen
Immerzeel, W.W. et al.: Climate Change Will Affect the Asian Water Towers. In: Science 328, S. 1382–1385, 2010.

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