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Insekten: Ameisen nutzen Antibiotikum

Blattschneiderameise
Blattschneiderameise | Blattschneiderameisen sind die Gärtnerinnen unter den Ameisen. Sie ernähren sich ausschließlich von Pilzen, die sie mit zerkauten Blättern heranzüchten.
Blattschneiderameisen züchten in eigens dafür eingerichteten Kammern ihres Nests Pilze der Gattung Leucoagaricus, von denen sie sich ernähren. Beide könnten nicht ohne einander leben. Diese Symbiose ist jedoch durch den Schadpilz Escovopsis bedroht. Er kann die Pilzgärten der Blattschneiderameisen zerstören und so ganze Kolonien auslöschen.

Damit es nicht dazu kommt, setzen die Insekten kleine Helfer ein: Bakterien, die eine Substanz gegen das Wachstum von Escovopsis produzieren. Nun haben Forscher um Susanne Haeder vom Max-Planck-Insitut für chemische Ökologie in Jena herausgefunden, um welchen Wirkstoff es sich dabei handelt. Dazu isolierten sie aus den Pilzgärten von drei Blattschneiderameisenarten 19 unterschiedliche Mikroorganismen und ließen sie auf Petrischalen wachsen, auf denen auch der Schadpilz gedieh. Dabei zeigte sich, dass Streptomyceten den Schädling besonders effektiv dezimieren. Weitere Untersuchungen dieser Bakterien lieferten schließlich den gesuchten Wirkstoff. Es handelt sich um ein Antibiotikum aus der Familie der Candicidine. Diese werden auch beim Menschen eingesetzt und tragen ihren Namen, weil sie besonders gut gegen den Pilz Candida albicans wirken.

Jochen Steiner

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