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Sommerloch heute: Amerikaner oft zu dick für Tomografieröhren

Computertomograf
Die stetige Zunahme von übergewichten Personen zeigt Konsequenzen in der medizinischen Diagnose: In den letzten 15 Jahren stieg der Anteil US-amerikanischer Patienten an, bei denen auf Grund ihrer Körperfülle moderne bildgebende Verfahren wie Computer-, Kernspinresonanz- oder Positronen-Emissions-Tomografie versagten.

Bereits seit etlichen Jahren klagen Radiologen,
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
dass die Körpermasse der Patienten ihre Arbeit zunehmend erschwert: Das Fettgewebe absorbiert Röntgenstrahlung oder Ultraschall, und manche Patienten sind schlicht zu dick für die engen Tomografieröhren. Heraus kommen schlechte Bilder, die – wie Diagnoseberichte schlicht feststellen – "auf Grund des Körperhabitus nur eingeschränkt auswertbar" seien.

Nach genau diesen Worten fahndete die Arbeitsgruppe von Raul Uppot vom Massachussets Hospital in Bosten. Die Forscher
"... auf Grund des Körperhabitus nur eingeschränkt auswertbar ..."
(Warnung in Diagnoseberichten)
werteten hierzu 5 253 014 Diagnoseberichte aus, die in der Zeit von 1989 bis 2003 entstanden sind. In 7778 Berichten – also in 0,15 Prozent – fand sich die inkriminierte Phrase. Dabei nahm der Anteil innerhalb der 15 Jahre konstant zu und hat sich schließlich verdoppelt.

Dies habe weit gehende Konsequenzen, mahnen die Forscher. Damit könnten beispielsweise gefährliche Tumore bei Übergewichtigen zu spät erkannt werden. Auch die Vorbereitung von Operationen werde erschwert. 64 Prozent der US-Amerikaner gelten als übergewichtig oder fettsüchtig.

Die Industrie hat jedoch schon reagiert: Sie bietet extra große Tomografieröhren an, die sich allerdings nur große Hospitäler leisten können.

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