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News: Aminosäure Glycin in drei Molekülwolken nachgewiesen

Anhand ihrer charakteristischen Spektrallinien ließ sich die einfachste der 20 Aminosäuren, Glycin, in drei Molekülwolken unserer Milchstraße nachweisen. Yi-Jehng Kuan von der National Taiwan Normal University sowie Kollegen des NASA Ames Research Center und der Polish Academy of Sciences sammelten über eine Periode von vier Jahre mit dem 12-Meter-Teleskop des National Astronomy Observatory in Arizona die Spektraldaten der heißen Zentren der interstellaren Wolken Sagittarius B2, Orion KL und W51.

Die Wellenlängen bestimmter Übergänge im Molekül Glycin waren aus Laborexperimenten bereits bekannt. 27 dieser Übergänge ließen sich nun zweifelsfrei in den Molekülwolken nachweisen. Bei ähnlichen Untersuchungen zuvor gelang es lediglich, einige wenige Spektrallinien zu identifizieren.

Wie Glycin in den Molekülwolken entsteht, ist noch ungewiss. Die Forscher vermuten jedoch, dass sich die Aminosäure bei der Bestrahlung organischer Moleküle mit UV-Licht bildet.

Der Nachweis von Aminosäuren im Weltraum ist für die Frage nach der Entstehung des Lebens auf der Erde von großer Bedeutung: So ist es durchaus möglich, dass wichtige biologische Moleküle einst der Erde aus dem All eingeimpft wurden und nicht auf unserem Heimatplanet entstanden.

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  • Quellen
Astrophysical Journal 593: 848–867 (2003)

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