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Amtsaufgabe: Lothar Wieler verlässt RKI

Lothar Wieler legt sein Amt als Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) auf eigenen Wunsch ab 1. April nieder.
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts von März 2015 bis April 2023 Lothar Wieler.
Lothar Wieler ist Mikrobiologe und Tierarzt. Als Präsident des Robert Koch-Instituts beriet er die Bundesregierung und die Landesregierungen bei Krankheiten – in den vergangenen Jahren insbesondere zum Umgang mit Covid-19 in Deutschland.

Er ist bereits seit 2015 der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), doch vor dem Beginn der Corona-Pandemie kannten wohl nur wenige Deutsche seinen Namen: Lothar Wieler. Das hat sich geändert: Der 61-Jährige war in den vergangenen Jahren eine zentrale Figur der Pandemie und informierte regelmäßig bei Pressekonferenzen über aktuelle Entwicklungen. Zwar trat er in letzter Zeit seltener öffentlich in Erscheinung, doch mahnte er bis zuletzt davor, Covid-19 nicht zu unterschätzen und Masken- und Isolationspflichten nicht voreilig abzuschaffen.

Nun hat Lothar Wieler überraschend verkündet, das Robert Koch-Institut auf eigenen Wunsch zum 1. April zu verlassen und sein Amt als Präsident niederzulegen. Das teilte das RKI in einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Bundesministerium für Gesundheit mit. Der Schritt erfolge im Einvernehmen. »Lothar H. Wieler hat sich als Präsident des Robert Koch-Instituts bei der Bewältigung der Pandemie für das Land bleibende und herausragende Verdienste erworben«, erklärt Karl Lauterbach in der Presseerklärung. »Umso mehr bedauere ich, dass er das RKI verlassen wird.« Ohne Lothar Wieler wäre Deutschland deutlich schlechter durch diese Pandemie gekommen, so der Gesundheitsminister. Für eine Übergangszeit werde sein Stellvertreter Lars Schaade den Posten übernehmen, hieß es.

Laut Karl Lauterbach will sich der Mikrobiologe und Tiermediziner Wieler nun wieder vermehrt der Forschung und Lehre widmen. Weitere Gründe für sein Ausscheiden wurden nicht genannt. Eines war Lothar Wieler aber noch wichtig zu betonen: »Die Unabhängigkeit der Forschung muss auch zukünftig akzeptiert werden, denn sie ist unabdingbar, damit das RKI seine Aufgaben erfüllen kann.« (dpa/Annette Doerfel)

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