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Seebeben: Andamanische Steinzeitvölker überlebten Tsunamis

Nach Angaben der indischen Küstenwache überlebten die meisten der urtümlichen Ethnien der Andamanen und Nikobaren das schwere Erdbeben im Indischen Ozean und die nachfolgenden Flutwellen relativ unbeschadet.

Es gibt nach offiziellen Aussagen von den Inseln Lebenszeichen von allen fünf Ureinwohnergruppen. Einige Völker entgingen dem Erdbeben und vor allem den nachfolgenden tödlichen Fluten durch Flucht auf höheres Gelände. Andere wiederum scheinen von den Tsunamis ohnehin nicht betroffen gewesen zu sein, da sie vorwiegend in den dichten Regenwäldern der Andamanen und Nikobaren und damit fern der Küsten leben.

Zwischenzeitlich waren massive Verluste unter den einheimischen Völkern der Inseln befürchtet worden, da die Inselgruppen in unmittelbarer Nähe des Epizentrums des Seebebens liegen und auch von den Tsunamis als erste hart getroffen wurden. Schätzungen gehen von etwa 6000 Toten auf den zu Indien zählenden Andamanen und Nikobaren aus – allerdings vorwiegend unter den eingewanderten Indern und der großen Volksgruppe der Nikobaresen.

Die Ethnien der Großen Andamanesen, Sentinelesen, Onga, Jarawa und Shompen gehören zu den letzten von der Außenwelt weitgehend unbeeinflussten Völkern mit steinzeitlicher Kulturstufe. Es handelt sich bei ihnen aber auch nur um sehr kleine Stämme, deren Zahlen vor der Flutwelle von 48 Personen bei den Großen Andamanesen bis 350 Menschen bei den Jarawa reichten. Die indische Regierung schirmt ihr Territorium vor Landnahme oder anderen modernen Einflüssen weitgehend ab.
04.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 04.01.2005

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