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Massenpsychologie: Ansteckender Applaus

Klatschen verbreitet sich wie Infektionskrankheiten.

Mit dem Klatschen ist es wie mit einer Erkältung: Man wird regelrecht infiziert, entdeckten Wissenschaftler aus Schweden, Deutschland und England.

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Applausinfektion | Das Diagramm zeigt, nach wie vielen Sekunden welcher Anteil an Seminarteilnehmern beginnt (schwarz) sowie aufhört (rot) zu klatschen. Der S-förmige Kurvenverlauf ähnelt dem von Infektionskrankheiten.

Die Forscher um den Mathematiker Richard Mann von der Universität Uppsala filmten 107 Seminarteilnehmer in kurzen wissenschaftlichen Vorträgen. Anschließend werteten sie die Videos mit Hilfe mathematischer Modelle aus: Erst fing eine Person mit Klatschen an, dann wurden ziemlich viele mitgerissen, bis schlussendlich fast alle applaudierten. Ähnlich funktionierte auch das Abklingen: Hörte einer auf, zogen die anderen mit. Im Diagramm aufgetragen entstanden daraus zwei S-förmige Kurven – analog der Ausbreitung einer Infektionskrankheit.

Ob jemand mit dem Beifall beginnt, hängt davon ab, wie viele Menschen bereits applaudieren und wie sensibel die Person darauf reagiert. Einige steigen sofort mit ein, während andere erst mitmachen, wenn fast alle klatschen. Das Ende wird eingeläutet, indem der erste entscheidet: "Genug geklatscht!" Wann das passiert, unterscheidet sich von Applaus zu Applaus.

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