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Saturn-Mission: Anti-planetare Elektronen bei Saturn-Polarlichtern

In der Polarlichtregion des Saturns werden Elektronen nicht nur zum Planeten hin, sondern auch von ihm weg beschleunigt. Dasselbe Phänomen hatten Wissenschaftler auch bei Polarlichtern auf der Erde und Jupiter beobachtet und über die Entstehung gerätselt.

Elektronenstrahlen | Vorsicht, Teilchenbeschuss! Mit dem Instrument Mimi an Bord der Raumsonde Cassini haben Forscher Elektronenstrahlen gemessen, die in die "verkehrte" Richtung fliegen: Sie werden in der Polarlichtregion des Saturn von dem Planeten weg beschleunigt.
Ein internationales Team um Joachim Saur von der Universität zu Köln hatte mit dem Teilchenspektrometer Mimi an Bord der Raumsonde Cassini die Elektronenstrahlen genauer unter die Lupe genommen. Sie nutzten die Rotation der Raumsonde und des Sensors, um deren Richtung, Anzahl und Stärke zu bestimmen. Als sie die Ergebnisse mit Aufnahmen der Polarlichtregion und einem Modell des Saturn-Magnetfeldes verglichen, zeigte sich, dass die Fußpunkte der magnetischen Feldlinien, auf denen die Elektronenstrahlen gemessen wurden, erstaunlich gut mit der Polarlichtregion übereinstimmten.

Da der Elektronenstrahl sehr stark gebündelt ist, vermuten die Forscher die Quelle der Strahlung oberhalb der Polarlichtregion, aber innerhalb eines Abstands von maximal fünf Saturnradien. Die Ähnlichkeiten mit den entsprechenden Phänomenen auf Jupiter und der Erde weise darauf hin, dass es sich wohl um einen grundlegenden Prozess bei Polarlichtern handle.

Polarlichter entstehen, wenn Elektronen oberhalb der Atmosphäre zum Planeten hin beschleunigt werden. Treffen sie auf die Atmosphäre, wird diese zum Leuchten angeregt. Die rätselhaften anti-planetaren Elektronen jedoch, die in die "verkehrte" Richtung fliegen, veranlassen kein Leuchtspektakel.

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