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Zwischen 2000 und 2010: Antibiotikaverbrauch weltweit um 30 Prozent gestiegen

Antibiotika sind weltweit auf dem Vormarsch – bakterielle Resistenzen aber leider auch, wie eine große amerikanische Studie nun zeigt.
Multiresistenter KeimLaden...

Antibiotika kommen auf der ganzen Welt immer häufiger zum Einsatz. Zwischen 2000 und 2010 hat ihr Verbrauch um rund 30 Prozent zugelegt, aber auch Resistenzen werden immer häufiger. Das zeigt nun ein neuer Bericht des amerikanischen Center for Disease Dynamics, Economics and Policy (CDDEP). Die Mitarbeiter der Organisation hatten die Daten von zahlreichen wissenschaftlichen Studien und nationalen sowie regionalen Überwachungssystemen ausgewertet und so Trends für die Antibiotikanutzung in 69 Ländern und die Entwicklung von Resistenzen bei 12 Bakterientypen in 39 Staaten errechnet. Damit gibt die Analyse den bisher vollständigsten Überblick über den Einsatz von Antibiotika weltweit, wie "Nature News" berichtet.

Ihre Ergebnisse haben die Experten des CDDEP inzwischen auf einer interaktiven "Resistance Map" im Internet veröffentlicht. Sie zeigt, dass der rapide Anstieg des Antibiotikaverbrauchs vor allem von Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen getragen wird, in denen die Nachfrage nach den Medikamenten stetig zunimmt. Besorgt blicken die Forscher dabei auf Staaten wie Indien, Brasilien oder China, in denen die Hygienebedingungen zum Teil schlecht sind und die Medikamente manchmal auch ohne Rezept bei Erkrankungen über die Theke wandern, bei deren Behandlung sie eigentlich keinen Effekt zeigen. So stieg die Zahl der Infektionen mit Bakterien der Art Klebsiella pneumoniae, die resistent gegenüber so genannten Carbapenemen waren, in Indien von 29 Prozent in 2008 auf 57 Prozent in 2014 an. In Europa und den USA stößt man dagegen lediglich in weniger als 10 Prozent der Klebsiella pneumoniae-Infektionen auf Antibiotikaresistenzen.

Bisher weist die Weltkarte des Antibiotikaverbrauchs und der Antibiotikaresistenzen noch große graue Löcher auf, zu denen keine Daten vorliegen. Um ein wirklich umfassendes Bild zu bekommen, müssen diese erst einmal geschlossen werden. Das wird sich Experten zufolge aber erst mit einem international verpflichtenden Surveillance-System bewerkstelligen lassen, das dann tatsächlich vergleichbare Zahlen liefert.

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