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Ostia: Antiker Hafen mit Amphitheater?

Kopf von Marmorstatue
Den Kopf einer Marmorstatue ... | ... fanden die Archäologen ebenfalls in der Nähe des Hafen Portus. Er könnte den griechischen Helden Odysseus oder einen von dessen Gefährten darstellen.
Alte Karten hatten bereits im 19. Jahrhundert Hinweise auf die Fundstelle vor Rom gegeben, doch erst jetzt waren die Ausgrabungen der Archäologen erfolgreich: Am antiken Hafen Portus bei Ostia legten sie eine Struktur von der Größe des römischen Pantheons frei, die einem Amphitheater gleicht. Der Standort ist allerdings sehr ungewöhnlich, die meisten Theater sind aus Städten im Landesinneren bekannt. Die Forscher rätseln deshalb, ob die Anlage vielleicht eine andere Funktion hatte.

Möglicherweise wurden hier die typischen Schauspiele wie Gladiatoren- und Tierkämpfe oder nachgestellte Seeschlachten dargeboten. Es könnte sich aber auch um die Überreste eines monumentalen Gartens handeln, der nur von der Form her einem Amphitheater nachempfunden ist, vermuten Simon Keay und sein Team von der University of Southampton.

In der Nähe der Fundstelle stießen die Forscher außerdem auf den Kopf einer Marmorstatue aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. Er zeigt einen älteren Mann mit Bart und einer flachen Kappe. Möglicherweise sollte die Statue Odysseus darstellen oder einen der Segler, der den Helden aus der griechischen Mythologie auf seinen Reisen begleitete.

So könnte die Anlage ... | ... in Form eines Amphitheaters einst ausgesehen haben. Welche Funktion sie hatte, darüber rätseln die Forscher noch.
Portus war in den ersten Jahrhunderten n. Chr. einer der bedeutendsten Umschlagplätze am Mittelmeer, das künstliche Hafenbecken war über einen Kanal direkt mit dem Tiber verbunden. Von hier aus bezogen die Bürger Roms Nahrungsmittel, Sklaven, Tiere, Marmor und alle Arten von Luxusgütern aus dem mediterranen Raum. In den vergangenen Jahren entdeckten Archäologen in der Nähe des Hafens bereits ein römisches Lagerhaus sowie einen Palast, in dem Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. residiert haben könnte.

Lisa Leander

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