Antikes Rom: Noble Feuerwache im Nobelquartier der Römer?

Bei Ausgrabungen unweit des Kolosseums in Rom haben Archäologen ein Gebäude mit acht Räumen entdeckt, von denen fünf bereits freigelegt wurden. Dabei kam ein aufschlussreiches Mosaik zum Vorschein: Wie das italienische Kulturministerium berichtet, deutet es darauf hin, dass das Gebäude zu einer Kaserne der römischen Stadtfeuerwehr, der Vigiles, gehörte.
Das in den Fußboden eingelassene schwarz-weiße Mosaik zeigt einen Delfin, einen Fisch, einen Hummer und einen Krebs, die ein großes, zweihenkliches Mischgefäß umgeben. Genau dasselbe Motiv wurde nach Angaben des Ministeriums bereits in der römischen Hafenstadt Ostia gefunden. Dort fand es sich in einem Gebäudekomplex, der eindeutig von der damaligen Feuerwehr genutzt wurde.
Im Fall der neu entdeckten Räume ist diese Zuordnung weniger gewiss, aber naheliegend. Denn die Räume grenzen unmittelbar an die bereits bekannte Kaserne der römischen Feuerwehr an. Sollte die Zuordnung Bestand haben, würde »der Fund dabei helfen, die Ausdehnung des wichtigsten militärischen Komplexes des kaiserzeitlichen Roms neu zu bewerten«, schreibt das Ministerium in seiner Mitteilung. Auf dem Caelius, einem der sieben Hügel Roms, war im 2. Jahrhundert n. Chr. ein regelrechtes Militärviertel entstanden. In diesen Zeitraum datieren auch die neu aufgefundenen Räume.
Ein ganz ähnliches Motiv hat sich in Ostia erhalten. Die dortige Feuerwehrkaserne zählt zu den eindrucksvollsten erhaltenen Gebäudekomplexen der antiken Hafenstadt.
Alternativ könnten die mit Mosaiken und Fresken durchaus luxuriös ausgestatteten Räume auch Teil eines privaten Stadthauses einer reichen römischen Familie gewesen sein. Auch dafür ist der Caelius bekannt. Ganz in der Nähe besaß etwa Domitia Lucilla, die Mutter des späteren Kaisers Mark Aurel, ein großes Anwesen.
Welche der beiden Deutungen zutrifft, könnten weitere Ausgrabungen zeigen. Sollte der Raum mit den Mosaiken zur Kaserne gehört haben, dann dürfte es sich sehr wahrscheinlich nicht um eine Unterkunft der einfachen Mannschaften gehandelt haben. Eher infrage kommen Repräsentationsräume, in denen vielleicht der »tribunus«, der oberste Befehlshaber der Einheit, residierte.
Bislang fehlen noch eindeutige Hinweise, dass die Räume zur Wohnung des Kommandeurs gehörten.
Allerdings fehlen bislang typische architektonische Kennzeichen einer solchen Kommandeurswohnung – etwa der Innenhof, der zu einem römischen »domus« gehörte. Das erklärte die zuständige Grabungsleiterin Simona Morretta gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.
Die römische Stadtfeuerwehr geht auf Kaiser Augustus zurück. Er richtete im Jahr 6 n. Chr. sieben Kohorten ein, die jeweils zwei Stadtbezirke überwachten und vor allem bei Nacht patrouillierten, um Brände möglichst früh erkennen und bekämpfen zu können. Auf dem Caelius befand sich die »statio«, die Wache, der »cohors V vigilium«, der V. Kohorte der Vigiles. Jede Kohorte der Feuerwehr umfasste zunächst 560 Mann. Später verdoppelte sich die Mannstärke auf 1120.
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