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Atmosphärenforschung: Arktissmog durch Wald- und Wiesenfeuer

Die in der Arktis seit den 1950er Jahren beobachtete Belastung mit Feinstaub, Ruß und anderern Aerosolen stammt zumindest regional überwiegend aus Waldbränden und landwirtschaftlichen Feuern in Sibirien und Kasachstan. Andere Quellen wie Industrie und Autoabgase spielten dagegen nur eine untergeordnete Rolle, meinen Atmosphärenforscher um Carsten Warneke von der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Boulder.

Die Wissenschaftler hatten im April 2008 rund 50 Rauchwolken in verschiedenen Atmosphärenschichten über Alaska aus der Luft beobachtet, zu ihren Ursprüngen zurückverfolgt und chemisch analysiert. Hauptquelle der Aerosole waren demnach Waldbrände zwischen dem Baikalsee und dem Amur, die 2008 von einem schneearmen Winter begünstigt worden waren und daher relativ früh ausbrachen. Zu diesem Zeitpunkt im Frühling liegen die Temperaturen noch sehr niedrig, und die kalte Luft strömt vornehmlich von West nach Ost in Richtung Alaska. Brennende Taigawälder tragen im Verlauf des Sommers kontinuierlich zum arktischen Smog bei. Dagegen spielen landwirtschaftliche Feuer – etwa das Abbrennen von Stoppelfeldern – nur eine strikt saisonale Rolle, bevor die neuen Kulturen gepflanzt werden.

In der arktischen Luft bleibt der Smog relativ lange erhalten, da sich die Bestandteile nur sehr langsam abbauen oder aus der Atmosphäre ausgewaschen werden. Ein Teil schlägt sich allerdings auf dem Eis nieder und senkt dessen Albedo – den Anteil des Lichts, der wieder reflektiert wird. Stattdessen erwärmt sich die dunklere Fläche überdurchschnittlich, was die Eisschmelze fördert. Dadurch ergibt sich eine negative Rückkoppelung, da über globale Erwärmung wiederum die Feuergefahr steigt. (dl)

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