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Baumschädling: Warum dieser Tentakelpilz unkaputtbar ist

Armillaria ostoyae ist gefürchtet: Der parasitäre Pilz befällt Bäume, und es ist ihm kaum beizukommen. Offenbar machen ihn seine meterlangen Rhizomorphen so beständig.
Ein Dunkler Hallimasch in einem Wald in Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae) hat es in sich. Mit seinen meterlangen tentakelähnlichen Fortsätzen befällt der parasitäre Pilz Bäume und ernährt sich von den Holzgewächsen, bis sie absterben. Dabei lässt er sich nur schwer bekämpfen. Warum der Pilz so robust ist, beschreiben Debora Lyn Porter und Steven Naleway von der University of Utah in der Fachzeitschrift »Journal of the Mechanical Behavior of Biomedical Materials«. So seien die weitläufigen Stränge – die Rhizomorphen, mit denen der Pilz in die Bäume eindringt – so konstruiert, dass sie äußeren Einwirkungen extrem gut standhalten können.

Die Außenschicht der Rhizomorphen ist durch Melanin dunkel gefärbt. Wie die Arbeitsgruppe feststellte, macht diese Schicht die Stränge so beständig. Zum einen enthält sie Kalzium, was den Pilz vor chemischen Stoffen oder Abwehrmechanismen einer Wirtspflanze schützt. Zum anderen ist die Schicht extrem hart, aber dennoch durchlässig für Nährstoffe. Da die Öffnungen an der Außenhaut kleiner sind als innen, ergibt sich ein ausgeglichenes Verhältnis von Durchlässigkeit und Beständigkeit. Die Forscher vergleichen die Widerstandsfähigkeit der Rhizomorphen mit Hartplastik.

Für ihre Studie hat die Forschergruppe Proben von einem stattlichen Hallimasch im Malheur National Forest im US-Bundesstaat Oregon genommen. Dort hat sich auch eines der wohl größten Exemplare der Welt ausgebreitet, das unter anderem als größter lebender Organismus bezeichnet wird. Älteren Aufzeichnungen zufolge durchwuchert es eine Fläche von zirka neun Quadratkilometern und sorgt für Baumsterben. Das Exemplar könnte mehr als 8600 Jahre alt sein. Ein vergleichbar riesiges Pilzgeflecht der Art Armillaria gallica identifizierten Forscher in Michigan.

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