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Artemis-I: Neuer Starttermin für die Mondrakete steht fest

Die NASA musste den Start ihres prestigeträchtigen Projekts verschieben. Es gab Probleme mit einem der Triebwerke. Der zweite Startversuch soll am Samstag stattfinden.
Das »Space Launch Sysstem« der NASA kurz vor dem Start
Mit dem 98 Meter hohen »Space Launch System« soll die Orion-Raumkapsel von Florida aus gen Mond geschossen werden.

Dieser Artikel wurde am 31. August 2022 aktualisiert.

Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es beim ersten Versuch direkt geklappt hätte. Um 14.34 Uhr deutscher Zeit am 29. August – also kurz nach dem geplanten Starttermin – verkündete die NASA, dass der erste Startversuch der Artemis-I-Mission abgebrochen werden musste. Der Grund sei ein Problem mit einem der Triebwerke. Den Ingenieuren und Ingenieurinnen sei es bislang nicht gelungen, Triebwerk Nummer 3 in den richtigen Temperaturbereich für den Start zu bringen.

Der zweite Versuch, die Orion-Raumkapsel ins All zu befördern, soll nun am 3. September 2022 ab 20.17 Uhr deutscher Zeit stattfinden. Das zweistündige Startfenster richtet sich nach der Position des Mondes auf seiner Umlaufbahn um die Erde. Der nächstmögliche Zeitpunkt wäre dann erst wieder der 5. September. Um ein erneutes technisches Problem zu vermeiden, will das Artemis-Team die Triebwerke 30 bis 45 Minuten früher als bislang herunterkühlen.

Artemis-I ist der Testlauf der neuen Riesenrakete »Space Launch System«, kurz SLS, die dann frühestens im Jahr 2025 auch wieder Menschen hinauf zum Mond befördern soll, darunter erstmals auch eine Frau und eine nichtweiße Person. Die Rakete ist 2600 Tonnen schwer und wird mit mehr als drei Millionen Litern Wasserstoff betankt. Namenspatin des Programms ist die Göttin Artemis, Zwillingsschwester von Apollo, der den legendären Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre seinen Namen lieh. Es ist das erste Mal seit 50 Jahren, dass wieder ein Raumschiff zu unserem Erdtrabanten aufbricht – wenn auch noch ohne Menschen an Bord. In der Kapsel sitzen lediglich Messpuppen sowie Plüschversionen von Snoopy und Shaun dem Schaf.

»Wir starten nicht, bevor alles stimmt«, sagte NASA-Chef Bill Nelson im Livestream der NASA kurz nach dem verschobenen Start. »Dies ist ein sehr kompliziertes System, und alle Dinge müssen stimmen.« Auch seine eigene »Space Shuttle«-Mission sei viermal verschoben worden. Traditionell macht auch das Wetter in Florida oft Probleme. Die 98 Meter hohe Rakete darf weder durch Wolken noch durch Regen fliegen. Aktuell sieht es so aus, dass am 3. September das Wetter zwar nicht optimal sein dürfte, aber auch nur gelegentlich Regen während der Startzeit erwartet wird.

Leck im Treibstofftank

Beim anfangs geplanten Starttermin am 29. August war auch ein Riss in einem der Treibstofftanks festgestellt worden – der sich jedoch als oberflächlich erwies. »Die Rakete und ihre Komponenten bestehen aus Millionen Teilen«, sagte Bill Nelson bei einer Pressekonferenz rund fünf Stunden nach dem geplatzten Start. »Unnötig zu erwähnen, dass diese Komplexität Respekt einflößend wird, wenn man auf einen Countdown hinarbeitet.«

Weitere Informationen sind noch nicht bekannt, es hieß aber: »Die Rakete des Space Launch System und das Orion-Raumschiff befinden sich in einer sicheren und stabilen Konfiguration.« Die am Montag eigens angereisten rund 100 000 Schaulustigen müssen nun also am Samstag wiederkommen, wenn es dann im Kennedy Space Center in Florida hoffentlich heißt: »3 … 2 … 1 … lift off!«

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