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Artemis-I: Start der Mondmission verzögert sich um Wochen

Auch der zweite Versuch, die NASA-Rakete zum Mond zu schicken, ist gescheitert. Grund ist ein Treibstoffleck. Ein neuer Versuch soll frühestens im Oktober 2022 erfolgen.
Das »Space Launch System« der NASA
Drei Stunden bevor sich das offizielle Startfenster geöffnet hätte, musste die NASA den Start ihrer Mondrakete absagen.

Dieser Artikel wurde am 4. September 2022 aktualisiert.

Erneut hat die NASA den Start ihrer Artemis-I-Mission verschieben müssen. Um 17.17 Uhr deutscher Zeit teilte eine Sprecherin der US-Raumfahrtbehörde mit, dass die für den Start zuständige Direktorin Charlie Blackwell-Thompson auch den zweiten Versuch, nach 50 Jahren wieder ein Raumschiff zum Mond zu schießen, abgebrochen habe. Der Stopp wurde genau drei Stunden bevor sich das zweistündige Startfenster hätte öffnen sollen, verkündet. Grund dafür waren Probleme mit einem Treibstoffleck. Der nächste Versuch werde wohl erst Anfang oder Mitte Oktober erfolgen, sagte NASA-Chef Bill Nelson kurz darauf im Livestream. Das ursprünglich als Ausweichtermin vorgesehene Startfenster am Montag werde man verstreichen lassen müssen.

Im offiziellen Blog der NASA war davon die Rede, die Technikerinnen und Techniker seien »beim Laden des Treibstoffs in die Hauptkammer der Rakete auf ein Leck im Flüssigwasserstofftank gestoßen«. Mehrere Versuche, das Leck zu schließen – etwa indem eine Dichtung ausgetauscht wurde –, hätten das Problem nicht beheben können. »Wir starten nicht, bevor nicht alles einwandfrei funktioniert«, sagte Nelson am Samstagabend in einer Pressekonferenz. »Ich bin stolz auf das Team. Die machen das genau richtig.« Die Kosten zweier Startabbrüche seien am Ende geringer als ein echter Fehlversuch. Ob die NASA die Rakete von der Startrampe zurück in die Montagehalle bringen muss, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Artemis-I ist der unbemannte Testlauf der neuen Riesenrakete »Space Launch System«, kurz SLS, die dann frühestens im Jahr 2025 auch wieder Menschen hinauf zum Mond befördern soll, darunter erstmals auch eine Frau und eine nichtweiße Person. Die Rakete ist 2600 Tonnen schwer und wird mit mehr als drei Millionen Litern Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff betankt. Namenspatin des Programms ist die Göttin Artemis, Zwillingsschwester von Apollo, der den legendären Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre seinen Namen lieh.

Die Startzeiträume für die Mondrakete richten sich nach der Erde-Mond-Konstellation. Da sich die Erde um ihre Achse dreht und der Mond die Erde jeden Monat in seinem Mondzyklus umkreist, ergibt sich ein Muster von je etwa zwei Wochen mit und zwei Wochen ohne Startmöglichkeiten. Noch am Samstagabend erklärte die NASA-Führungsriege, dass sie auf weitere Startversuche Anfang September verzichten. Man wolle nun zunächst weitere Daten erheben, um neue Lecks auszuschließen. Für einen Termin Anfang Oktober muss jedoch zusätzlich ein Terminkonflikt mit dem dann ebenfalls geplanten Start der »ISS Crew 5« geklärt werden.

Bereits am vergangenen Montag waren beim ersten Startversuch technische Schwierigkeiten aufgetreten. Ein defekter Sensor in einem Triebwerk sowie auslaufender Treibstoff hatten die Startvorbereitungen unterbrochen. Es handelte sich dabei allerdings um ein anderes Leck.

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