Reise zum Mond: Neue Bilder der Mondumrundung von Artemis II

Am Dienstagabend unserer Zeit hat die US-Weltraumbehörde NASA endlich die angekündigten und langersehnten neuen Bilder von der Mondrückseite veröffentlicht. Sie sind spektakulär, schön und einzigartig.
Die Crew der NASA-Mission Artemis II setzt ihre zehntägige Reise um den Erdtrabanten fort. Nach dem erfolgreichen Start am 2. April in Cape Canaveral kreiste das Raumschiff Orion mit drei Männern und einer Frau zweimal um die Erde, beschleunigte zum Mond und stellte nun mit 406 771 Kilometern einen neuen Abstandsrekord auf: So weit war noch kein Mensch von der Erde entfernt.
Wie geplant, führten die Astronauten eine rund sechsstündige Beobachtungskampagne während ihrer Passage auf der erdabgewandten Seite des Mondes durch. Die NASA veröffentlichte am Dienstagabend deutscher Zeit fantastisches neues Bildmaterial, das besondere Einblicke in die kosmischen Geschehnisse bietet.
Dazu gehört eine Sonnenfinsternis, die künstlich herbeigeführt wird, weil sich die Raumkapsel Orion hinter den Mond bewegt, während dessen Vorderseite von der Sonne beleuchtet wird. Nach einer 54-minütigen Finsternis war für die Crew der Spuk vorbei.
Emotionaler Höhepunkt der Mondpassage war die Benennung eines bislang namenlosen Kraters nach der verstorbenen Frau des Kommandanten Wiseman: Der Krater soll von nun an »Carroll« heißen. Während des feierlichen Akts in der engen Kapsel kämpften die Astronauten mit den Tränen und lagen sich in den Armen. Die Internationale Astronomische Union (IAU) muss diesen Vorschlag noch offiziell annehmen.
Natürlich ist die Mondoberfläche »von oben« bestens erforscht. Neue Krater werden kaum noch entdeckt, weil der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) die Gestalt unseres Trabanten in 3D von allen Seiten aufgenommen hat. Die Mondsonde LRO kreist schon seit dem Jahr 2009 um den Begleiter der Erde. Dabei wurden sogar Spuren des NASA-Mondprogramms Apollo aus gut 20 Kilometern Abstand über der Mondoberfläche aufgenommen. Sie belegen, dass die Mondlandungen stattgefunden haben.
Für Samstag, den 11. April 2026, ist die Rückkehr von Kommandant Reid Wiseman (USA), Pilot Victor Glover (USA) und den Missionsspezialisten Christina Koch (USA) und Jeremy Hansen (Kanada) geplant. Sie sollen mit der Raumkapsel an Fallschirmen hängend im Pazifik wassern. Zuvor wird es noch einmal kritisch, weil das Raumschiff Orion in die Erdatmosphäre eintreten und sich dessen Hülle auf mehrere Tausend Grad Celsius erhitzen wird. Die ganze Welt fiebert mit und drückt der Crew die Daumen.
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