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Artenschutz: Seltenes Nashornkalb weckt Hoffnungen

Das Javanashorn gehört zu den seltensten Tieren der Erde. Ein neues Jungtier verbessert die Überlebenschancen der Art, die nur noch in einer Ecke der Insel Java überlebt.
Eine nächtliche Wildkameraaufnahme zeigt zwei Nashörner, die durch einen dichten Dschungel streifen. Die Umgebung ist von üppiger Vegetation mit hohen Gräsern und Bäumen geprägt. Die Nashörner sind in Bewegung, wobei das größere Tier vorne und das kleinere dahinter zu sehen ist. Die Aufnahme ist in Graustufen gehalten, was auf die nächtlichen Lichtverhältnisse hinweist.
Die Nashornmutter ist mit ihrem Nachwuchs im dichten Unterwuchs des Ujung-Kulon-Nationalparks auf Java unterwegs.

Wahrscheinlich leben nicht mehr als 80 Javanashörner (Rhinoceros sondaicus) in den dichten Wäldern des Ujung-Kulon-Nationalparks am westlichen Ende der Insel Java: Die Art ist damit nicht nur vom Aussterben bedroht, sondern gehört sogar zu den seltensten Säugetieren der Erde. Mithilfe einer Kamerafalle entdeckten Wildhüter nun jedoch ein neugeborenes Kalb, das mit seiner Mutter durch das Unterholz streifte – ein seltenes Ereignis, das Hoffnungen auf Erhalt der Art weckt. Das meldete die indonesische Nachrichtenagentur ANTARA unter Bezug auf das Forstministerium des Landes.

Die Aufnahme stammt bereits vom 29. Januar 2026, wurde aber erst jetzt publiziert. Es soll sich dabei um das erste Nashornkalb des Jahres handeln. Als Muttertier identifizierten die Behörden das Weibchen »Arum«, das zuvor schon regelmäßig beobachtet worden war. Javanashörner führen nach Jahrhunderten der menschlichen Verfolgung ein sehr verstecktes Leben und lassen sich nur schwer beobachten. Hauptsächlich werden sie über Kamerafallen oder indirekte Nachweise wie Kotproben oder Spuren beobachtet. Der gesamte Weltbestand findet sich im Ujung-Kulon-Nationalpark.

In den letzten Jahren nahm ihre Zahl leicht zu, doch ist der Lebensraum begrenzt und bedroht Wilderei weiterhin das Überleben dieser weitgehend unerforschten Nashornart. Jeder Nachweis einer Geburt oder eines Nashornkalbs wird daher erfreut von den Behörden zur Kenntnis genommen. 

Ursprünglich waren Javanashörner weit über Südostasien verbreitet, und bis circa 2010 überlebte sogar ein kleiner Bestand in Vietnam, bevor Wilderei die Art dort endgültig auslöschte: Wie bei anderen Nashornarten ist das Horn in der traditionellen Medizin sehr begehrt. Der Bestand auf Java ist daher der letzte Rest, an dem das Fortkommen dieser Dickhäuter hängt. Um eine zweite Population aufbauen zu können, plante die indonesische Regierung auch die Umsiedlung einzelner Tiere. Diese Bemühungen erlitten 2025 jedoch einen harten Rückschlag, als das erste dafür vorgesehene Individuum kurz nach dem Fang aufgrund einer chronischen Erkrankung starb.

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