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Artenschutz: Tiefseefische stärker bedroht als befürchtet

Die seit den 1970er Jahren in großem Maßstab betriebene Tiefseefischerei bedroht die hier lebenden Fischarten erheblich, warnen kanadische Biologen. Fünf Arten der Tiefsee stehen nach ihrer Analyse bereits kurz vor dem Aussterben.

Die Fischarten Rundkopf-Grenadier (Coryphaenoides rupestris), Rauer Grenadier (Macrourus berglax), Blauhecht (Antimora rostrata), Stumpfnasen-Dornrückenaal (Notacanthus chemnitzi) und Grönlandrochen (Bathyraja spinicauda) aus dem Nordwestatlantik dienten Jennifer Devine und ihren Kollegen von der Memorial-Universität in St. John's als Beispiele, um die Bedrohung der Tiefsee abschätzen zu können. Dabei zeigte sich, dass die Bestände in dem Zeitraum von 1978 bis 1994 um 89 bis 98 Prozent abgenommen haben. Innerhalb von drei Generationen könnte die Abnahme sogar 99 bis 100 Prozent betragen, schätzen die Forscher. Damit müssten die Arten nach den Kriterien der Weltnaturschutzunion IUCN – die bisher Tiefseefische nicht berücksichtigt – als "kritisch gefährdet" gelten.

Tiefseefische reagieren besonders empfindlich auf Überfischung, da sie nur sehr langsam wachsen und zum Teil erst nach über zehn Jahren die Geschlechtsreife erreichen. Die Wissenschaftler fordern daher verstärkte Schutzmaßnahmen für die Tiefseefauna.
05.01.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.01.2006

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