Direkt zum Inhalt

Ökologie: Artenschwund durch Lichtmangel

© Yann Hautier / Universität Zürich
Der bunte Werbewald treibt manchmal auch ungewöhnliche Blüten. So macht sich in Frankfurt am Main eine Plakataktion derzeit für den Erhalt der Biodiversität stark. Die ist in der Tat auch hierzulande bedroht; denn Urbanisierung und moderne Landwirtschaft lassen kaum noch Platz für seltene Pflanzen und Tiere.

Besonders viele Pflanzenarten verschwinden in den Wiesen. Es ist längst bekannt, dass dies an der Düngung liegt; denn intensiv gedüngte, nährstoffreiche Fettwiesen sind viel artenärmer als naturbelassene Magerrasen. Doch der zugrunde liegende Verdrängungsmechanismus war bisher umstritten. Jetzt konnten ihn Wissenschaftler von Universität und ETH Zürich definitiv ermitteln.

Demnach ist der Wettbewerb um das Licht der entscheidende Faktor. Vom hohen Nährstoffangebot profitieren vor allem die schnell wachsenden Pflanzen: Sie wuchern und beschatten den Boden. Damit entziehen sie den langsam wachsenden Konkurrenten das Licht als Lebensgrundlage. Der Wettbewerb um Nährstoffe spielt dagegen keine nennenswerte Rolle. Das zeigten Yann Hautier und seine Kollegen in Gewächshausversuchen, bei denen sie den Unterwuchs künstlich beleuchteten. Unter diesen Umständen konnte sich auch die sonst überwucherte Vegetation behaupten.

„Unsere Untersuchungen legen Konsequenzen für das Managment von Grasland und für die Methoden der nachhaltigen Bewirtschaftung nahe“ erklären die Autoren. In jedem Fall gelte es, den Nährstoffeintrag zu begrenzen, „wenn die Pflanzenvielfalt geschützt werden soll“.

Christian Tack

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.