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Artensterben: Das letzte wilde Nashorn von Borneo soll gefangen werden

Die Nashörner von Sumatra und Borneo gehören zu einer aussterbenden Art. Ein verzweifelter, letzter Versuch soll nochmal für Nachwuchs sorgen.
Ein Nashorn, bedeckt mit Schlamm, bewegt sich durch einen dichten, grünen Dschungel. Die Umgebung ist üppig mit Pflanzen und Bäumen bewachsen, die eine natürliche, wilde Atmosphäre schaffen. Das Nashorn scheint sich vorsichtig seinen Weg durch das Dickicht zu bahnen.
Das Nashornweibchen Iman war das letzte bekannte, überlebende Sumatra-Nashorn Malaysias. Es starb 2019 an Krebs.

Wahrscheinlich leben weniger als 50 Sumatra-Nashörner (Dicerorhinus sumatrensis) auf der Erde, was die Dickhäuter zu einer der seltensten Säugetierarten der Welt macht. Der Großteil davon existiert auf der namensgebenden Insel Sumatra, während der Bestand auf Borneo inzwischen auf zwei bekannte Exemplare geschrumpft ist: das Weibchen Pahu in einem Gehege im Kelian-Reservat und ihre Artgenossin Pari im Waldschutzgebiet von Kutai Kartanegara. In einem letzten Versuch, die einzigartigen Gene dieser Nashörner zumindest teilweise zu sichern, wollen indonesische Behörden dieses Tier nun fangen, um es künstlich befruchten zu können, meldet AFP.

Die Nashörner von Sumatra und Borneo sind eng miteinander verwandt und könnten theoretisch miteinander verpaart werden. Allerdings sind die Tiere von Sumatra größer, weswegen natürliche Fortpflanzung schwierig und riskant sein könnte. Biologen haben deshalb in der Vergangenheit versucht, Eizellen von Pahu zu gewinnen, um sie in der Petrischale zu befruchten und anschließend ihr oder einem anderen Weibchen der Art wieder einzupflanzen. Pahu ist jedoch mit geschätzten 40 Jahren bereits recht alt und gesundheitlich angeschlagen, weswegen bisherige Versuche erfolglos endeten. Bilder aus Kamerafallen deuten hingegen an, dass Pari jünger und daher vielleicht besser geeignet ist.

Das Einfangen und Umsiedeln der Nashörner ist jedoch riskant und endete in der Vergangenheit immer wieder mit dem Tod einzelner Tiere. Die beteiligten Wissenschaftler und Ranger haben sich deswegen in den letzten Monaten intensiv vorbereitet und den Fang mit Rindern geprobt, die ähnlich groß und schwer wie das Nashorn sind. Sollte das Vorhaben gelingen, wird Pari in eine Einrichtung gebracht, wo sie beobachtet wird, bevor Eizellen entnommen werden. Diese sollen dann mit dem Sperma eines Männchens aus Sumatra in vitro befruchtet und einer Leihmutter eingesetzt werden – ein Verfahren, das Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin 2024 erstmals bei einem Südlichen Breitmaulnashorn erfolgreich gelungen ist.

Sumatra-Nashörner waren einst weit in Südostasien bis nach Indien verbreitet, überlebten jedoch bis ins 21. Jahrhundert nur in kleinen Gebieten auf dem Festland in Malaysia sowie auf Sumatra und Borneo. Inzwischen sind sie in Malaysia ebenfalls ausgestorben und im indonesischen Teil Borneos auf die beiden Weibchen reduziert. Auf Sumatra existiert ein kleines Zuchtprogramm, in dem 2023 ein Kalb dieser kleinsten Nashornart der Erde geboren wurde

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