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Artenvielfalt: Dieser wuschige Fisch ist tatsächlich echt - und eine neue Art

Er sieht aus wie Snuffleupagus aus der Sesamstraße – und trägt jetzt dessen Namen. Lange schwamm die Fischart unerkannt durch das australische Great Barrier Reef.
Ein orangefarbenes, haariges Meereslebewesen, das einem Seepferdchen ähnelt, schwimmt vor einem Hintergrund aus bunten Korallen und Meeresalgen. Die Textur des Tieres ist flauschig und es hat eine lange, gebogene Schnauze. Die Umgebung ist reich an Farben und Details, die die Vielfalt des Meereslebens zeigen.
Solenostomus snuffleupagus lebt in Korallenriffen vor Australien und Neuguinea.

Zu den in Deutschland wahrscheinlich weniger bekannten Figuren der US-amerikanischen Sesamstraßenversion gehören die Mitglieder der Familie Snuffleupagus: haarige Mammuts ohne Stoßzähne. In den Korallenriffen zwischen Australien, Neuguinea und den Fidschi-Inseln schwimmt eine Fischart, die diesen Wesen verblüffend ähnlich sieht und die von Graham Short vom Australian Museum Research Institute in Sydney und David Harasti vom Port Stephens Fisheries Institute in Taylors Beach neu beschrieben wurdeSolenostomus snuffleupagus aus der Gattung der Geisterpfeifenfische, der lange nicht als eigene Spezies erkannt wurde, obwohl er verwandten Arten nur oberflächlich gleicht.

Geisterpfeifenfische sind eng mit Seepferdchen verwandt und besitzen zahlreiche fadenförmige Anhängsel, die dichtem Algenbewuchs oder Nesseln von Seeanemonen täuschend ähneln. Dadurch verschmelzen sie optisch stark mit ihrem farbenprächtigen Umfeld tropischer Korallenriffe. Das gilt auch für Solenostomus snuffleupagus, der tatsächlich schon seit Jahren bekannt und durch viele Fotos belegt war. Short und Harasti bemerkten jedoch, dass es bedeutende morphologische Unterschiede zwischen den Fischen auf den Bildern und Museumsexemplaren der Art Solenostomus paegnius gibt, die meist bei der Artbestimmung genannt wurde.

Snuffleupagus, wie ihn die beiden Biologen nennen, weist beispielsweise ein besonders zotteliges Aussehen auf, das durch zahlreiche längliche Fäden am gesamten Körper hervorgerufen wird und an Fadenalgen erinnert – ein Merkmal, das Exemplare aus dem gesamten, bislang bekannten Verbreitungsgebiet besitzen. Je nach Region kann die Färbung jedoch von Orange über Karminrot bis Purpur reichen. Dass es sich bei den beiden Geisterpfeifenfischen tatsächlich um zwei verschiedene Arten handelt, bestätigte eine Analyse der mitochondrialen DNA, die um mehr als 20 Prozent voneinander abweicht. Zudem besitzt Solenostomus snuffleupagus 36 Wirbel, während seine Verwandtschaft nur 32 bis 34 Wirbel aufweist. In der Haut treten auch einzigartige sternförmige Knochenstrukturen auf, die man bislang von keiner anderen Art dieser Gattung kennt.

Die Entdeckung zeige, dass selbst gut untersuchte Korallenriffe wie das australische Great Barrier Reef noch Überraschungen liefern könnten, schreiben die beiden Wissenschaftler. Sie erwarten, dass dies lange nicht die letzte neue Fischart aus dem Gebiet sein dürfte.

  • Quellen
Short, G., Harasti, D., Journal of Fish Biology 10.1111/jfb.70497, 2026

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