Asteroiden-Erforschung: Asteroid Donaldjohanson torkelt durchs All

Am 20. April 2025 flog die NASA-Raumsonde Lucy auf dem Weg zu den Trojaner-Asteroiden von Jupiter am kleinen Hauptgürtelasteroiden (52246) Donaldjohanson vorbei und sandte eine Vielzahl von Bildern zur Erde. Sie zeigten einen länglichen Himmelskörper, der unerwarteterweise zum Schluss nicht mehr ganz ins Bildfeld der Kamera passte. Im Juni 2026 wurde nun die wissenschaftliche Auswertung des Vorbeiflugs im Fachjournal »Science« veröffentlicht.
Unter anderem zeigte sich, dass der Asteroid nicht einfach um eine Achse rotiert, sondern eine Taumelbewegung im Weltall ausführt. Er dreht sich über seine Längsachse in 10,5 Tagen, rotiert aber zusätzlich alle 26,5 Tage einmal um seine horizontale Achse. Die Einwirkung der infraroten Strahlung der Sonne könnte zu dem seltsamen Verhalten beigetragen haben. Es könnte aber auch eine Folge der Entstehung von Donaldjohanson als Teil der Erigone-Familie im Asteroidengürtel sein, die sich vor rund 155 Millionen Jahren durch eine Kollision im Asteroidengürtel bildete. Seine Zugehörigkeit zu dieser lässt sich aus der Entwicklung der Bahn des Asteroiden ableiten. Auch die Dichte der Einschlagkrater auf seiner Oberfläche passt zur Erigone-Familie. Interessanterweise sind auf dem Asteroiden Krater mit Durchmessern kleiner als 400 Meter weitgehend ausgelöscht worden. Sie könnten bei einem weiteren Einschlag in jüngerer Zeit zerstört worden sein, dessen Erschütterungen den gesamten Himmelskörper regelrecht »durchrüttelten«.
© NASA’s Science Visualization Studio/DLR / The Lucy flyby of (52246) Donaldjohanson: A bilobed asteroid with tumbling rotation (VIDEO)
Der Anflug auf Donaldjohanson
Bei ihrem Anflug auf den Asteroiden Donaldjohanson nahm die Raumsonde Lucy eine Vielzahl von Bildern auf.
Auch die Spektren von Donaldjohanson ähneln denjenigen der kohlenstoffhaltigen Asteroiden der Erigone-Familie. Zudem fanden sich Hinweise auf eisenhaltige Blattsilikatminerale, die auf eine chemische Einwirkung von flüssigem Wasser auf dem Mutterkörper der Asteroidenfamilie in der Frühzeit des Sonnensystems hindeutet. Diese Phase endete aber nach kurzer Zeit, da entweder das Wasser in den Weltraum entwichen war oder sich der Asteroid so weit abgekühlt hatte, dass das Wasser gefror.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.