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News: Asteroid im Doppelpack

Über mehrere Jahre beobachteten Astronomen den Doppel-Asteroiden Antiope mit dem Very Large Telescope und einem Netzwerk von kleineren Teleskopen. Dabei entpuppten sich die beiden Himmelskörper als lose Geröllhaufen in Eiform.
(90) Antiope
Ein internationales Team um Pascal Descamps vom Observatoire de Paris bestimmte anhand der gesammelten Daten zunächst die genaue Umlaufbahn der beiden Asteroiden im All. Zwischen Mars- und Jupiterbahn kreisen die beiden etwa gleich großen Körper demnach so umeinander, dass sie sich stets dieselbe Seite zuwenden. Sie vollführen also wie Erde und Mond eine gebundene Rotation. Dabei sind sie nicht einmal 200 Kilometer voneinander entfernt.

Trotz adaptiver Optik gelang es den Wissenschaftlern nicht, die Form der Asteroiden aufzulösen. Allerdings konnten sie mit Hilfe der neuen Kenntnisse vorhersagen, wann sich die beiden am Himmel überlagern und so teilweise verdeckt sind. Wissenschaftler und Hobbyastronomen, verstreut über den gesamten Globus, verfolgten an ihren Teleskopen die auftretenden Schwankungen in der Helligkeit Antiopes. Descamps und seine Kollegen schlossen aus den Beobachtungen auf leicht verformte Ellipsoide mit Längsachsen von etwa neunzig Kilometern.

Die Dichte der Asteroiden schätzen die Forscher auf wenig größer als diejenige vom Wasser. Insgesamt bestehen die beiden Komponenten also zu mehr als dreißig Prozent aus leerem Raum. Auf Grund der porösen Struktur vermuten die Wissenschaftler, dass ihre Form jeweils durch den gravitativen Einfluss ihres Kompagnons entstand. Wie sich die Doppel-Asteroiden bilden, bleibt aber weiterhin unklar.

MP

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