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Überraschendes Dreiergespann: Asteroid Nysa ist ein Drilling

Der etwa 80 Kilometer lange Asteroid (44) Nysa ist offenbar ein Objekt, das aus drei sich berührenden Teilkörpern besteht. Zudem wird er von einem rund einen Kilometer großen Mond umrundet.
Drei nebeneinander angeordnete unscharfe Bilder eines astronomischen Objekts, vermutlich eines Kometen oder Asteroiden, aufgenommen an drei verschiedenen Tagen: 15. März 2026, 16. März 2026 und 22. März 2026. Jedes Bild zeigt leichte Veränderungen in der Form des Objekts, was auf eine Rotation oder Bewegung hindeuten könnte. Der Hintergrund ist schwarz, um das Objekt hervorzuheben.
Mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und Chile und dem Instrument SPHERE gelang es, die räumliche Gestalt des Hauptgürtelasteroiden (44) Nysa aufzunehmen. Der Asteroid besteht aus drei Teilkörpern, die einander berühren.

Der bereits im Jahr 1857 von Paris aus entdeckte, circa 80 Kilometer lange Asteroid (44) Nysa weist eine ungewöhnliche Form auf, wie Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ergaben. Auf Bildern, die mit der adaptiven Optik des SPHERE-Instruments entstanden, zeigt sich, dass Nysa aus drei unterschiedlich großen Teilkörpern aufgebaut ist, die einander berühren. Außerdem konnte mit SPHERE ein bis dahin unbekannter, etwa einen Kilometer großer Mond aufgespürt werden, der Nysa in einem Mindestabstand von 170 Kilometern umrundet. Die Beobachtungen leitete Kate Minker vom Lowell Observatory in Flagstaff, Arizona. Das zugehörige Team veröffentlichte seine Beobachtungen in der Fachzeitschrift »Astronomy & Astrophysics«.

Es wurden schon mehrfach Asteroiden gefunden, die aus zwei sich berührenden Teilkörpern bestehen, aber ein aus drei Teilkörpern bestehendes Objekt war bislang nicht aufgefallen. Zudem waren die bislang gefundenen Doppelkörper meist sehr klein, wohingegen Nysa ein recht großer Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter ist. Er gehört zu den Steinasteroiden und weist an seiner Oberfläche die spektralen Signaturen des Silikatminerals Enstatit auf. Er dürfte damit einer der Mutterkörper der auf der Erde gefundenen Meteoriten der Klasse Enstatit-Chondrit sein.

Die drei Teilkörper werden an den Berührungspunkten durch sich einschnürende »Nacken« voneinander getrennt. Wie die seltsame Form entstanden ist, lässt sich zu dieser Zeit nicht sicher sagen. Sie könnte sich durch Kollisionen mit anderen Objekten im Asteroidengürtel gebildet haben, oder Nysa besteht aus drei unabhängig voneinander entstandenen Teilkörpern, die sanft miteinander verschmolzen. Falls Nysa das Produkt aus Kollisionen ist, ließe sich der neuentdeckte Mond als weiteres Tümmerstück erklären.

(44) Nysa umrundet die Sonne in 3,8 Jahren auf einer leicht elliptischen Bahn mit einem mittleren Abstand von 2,4 Astronomischen Einheiten, also dem 2,4-fachen Abstand der Erde zur Sonne. Ihr Entdecker war der deutsch-französische Astronom Hermann Mayer Salomon Goldschmidt (1802–1866), der den Himmelskörper am 27. Mai 1857 erstmals in einem Teleskop der Pariser Sternwarte sichtete. Nysa war der 44. Himmelskörper, der im Asteroidengürtel gefunden wurde.

  • Quellen

Minker, K. et al., Astronomy & Astrophysics 10.48550/arXiv.2607.25786, 2026

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