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Raumfahrt: Astronauten statt Roboter zum Hubble-Weltraumteleskop?

Hubble
Experten der nationalen Akademie der Wissenschaften der USA halten eine Robotermission zur Wartung des Hubble-Weltraumteleskops für ungeeignet. Sie plädieren für den Einsatz von Astronauten, um die nötigen Reparaturarbeiten durchzuführen. Die Nasa will aus Sicherheitsgründen auf einen bemannten Space-Shuttle-Flug verzichten, nachdem im Februar 2003 die Raumfähre Columbia verunglückt war. Selbst eine rein technische Mission wurde erst nach massiven Protesten von Wissenschaftlern diskutiert, ursprünglich sollte das Weltraumteleskop nicht mehr gewartet werden. Die Nasa geht davon aus, dass es ohne die Instandsetzung noch bis etwa 2007 funktionsfähig bleiben müsste.

Die Expertenkommission um Louis Lanzerotti vom New Jersey Institute of Technology Institute hält es momentan für unmöglich, die immensen technischen Anforderungen einer Robotermission zu Hubble rechtzeitig zu meistern. Außerdem bestehe die Gefahr, dass dabei das Teleskop beschädigt werde, schließlich sei eine solche Mission im All bisher noch nicht realisiert worden. Weiterhin wären nur Menschen vor Ort in der Lage, gegebenfalls unvorhergesehene Reparaturen und Wartungsarbeiten durchzuführen, nicht aber Roboter. Das persönliche Risiko für die Astronauten – Grund für die Ablehnung der Nasa – halten die Forscher für nicht größer als bei einem Flug zur Internationalen Raumstation, von denen die Nasa etliche geplant hat. Die große wissenschaftliche Bedeutung des Teleskops und die bei einem erfolgreichen Einsatz zu erwartenden weiteren neuen Erkenntnisse rechtfertigten daher einen bemannten Flug.

Das Hubble-Weltraumteleskop liefert seit nunmehr 14 Jahren tiefe und beeindruckende Einblicke ins All. In den vergangenen vier Wartungsmissionen waren beinahe alle wichtigen Teile bereits ausgetauscht und dabei die Leistungsfähigkeit kontinuierlich verbessert worden. Bei dem geplanten fünften und letzten Einsatz soll das Teleskop neue Batterien, Sensoren, Gyroskope und zwei weitere wissenschaftliche Instrumente bekommmen.

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