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Neurowissenschaft: Asymmetrische Hirnstruktur hängt mit musikalischer Präferenz zusammen

Ob ein Mensch von einem Ton eher den Grundton oder die Obertöne wahrnimmt, spiegelt sich in seiner Hirnstruktur wider. Dies fand eine Forschergruppe um Peter Schneider am Universitätsklinikum Heidelberg in einer Studie an 87 Musikern heraus.

Um die Personen in Oberton- und Grundtonhörer aufzuteilen, hatten die Forscher ihnen mehrdeutige Töne vorgespielt und gefragt, welche Komponente des Tons der Proband wahrnimmt. Während Obertonhörer melodische langanhaltende Klänge hörten, vernahmen Grundtonhörer dagegen scharfe kurze Töne.

Nun analysierten die Wissenschaftler mit Hilfe der Magnetresonanztomografie die Struktur des primären Hörzentrums des Gehirns. Bei den Obertonhörern war ein Teil dieser Region, die Heschl'sche Windung, in der rechten Hirnhälfte größer als in der linken; bei den Grundtonhörern überwog dagegen die der linken Seite. Im Durchschnitt über alle Probanden waren die Heschl'schen Windungen der beiden Hemisphären gleich groß.

Musikalische Kenntnisse wirken sich ebenfalls auf die Hirnstruktur aus. Je besser eine Person in einem Test zur musikalischen Begabung abschnitt, desto mehr Neuronen umfassten ihre Hörzentren.

In einer bereits früher veröffentlichten Studie an 420 Musikern hatten die Wissenschaftler darüber hinaus gezeigt, dass sich das Beherrschen verschiedener Instrumente unterschiedlich auf die Präferenz für eine Komponente eines Tons auswirkt: Während Obertonhörer eher unter Sängern, Cellisten und Fagottisten zu finden sind, spielen Grundtonhörer häufiger Schlagzeug, Klavier, Gitarre oder hohe Melodie-Instrumente.
23.08.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 23.08.2005

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