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Atommüll: Atommüll-Bergung aus der Asse verschiebt sich um Jahre

In der Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel liegen rund 126 000 Fässer mit radioaktiven Abfällen. Weil die Anlage instabil ist, müssen sie zurückgeholt werden – was sich nun um mindestens sechs weitere Jahre verzögert.
Ein gelber Radlader entlädt mehrere gelbe Fässer in einer unterirdischen Höhle. Die Fässer sind auf einem Haufen gestapelt, und der Lader befindet sich in einem Tunnel aus grauem Gestein. Die Szene zeigt die Entsorgung von Atommüll im Bergwerk Asse.
Ein Radlader kippt im Bergwerk Asse mehrere Fässer mit radioaktivem Müll in eine Kammer (undatierte Aufnahme).

Die Bergung des Atommülls aus der maroden Schachtanlage Asse in Niedersachsen verschiebt sich um mehrere Jahre. »Mit dem jetzigen Kenntnisstand lässt sich der Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen«, teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am späten Abend des 14. Aprils mit. Erst wenn ein neuer Schacht Asse 5 mit Förderanlage gebaut sei, könne mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Rückholung begonnen werden, hieß es.

In ihren neuen Planungen geht die Betreibergesellschaft davon aus, dass die Einsatzbereitschaft der Schachtförderanlage bis 2039 hergestellt sein könnte. Bisher hatte die BGE mit ihrem Rückholplan 2020 den Beginn der Bergung für 2033 anvisiert. In den zurückliegenden Wochen war aber bereits bekannt geworden, dass der Termin geplatzt ist.

»Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann«, hatte eine BGE-Sprecherin im März gesagt. Umplanungen seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, äußerte die Sprecherin damals. Mit der jetzigen Mitteilung der BGE beziffert sich die zeitliche Verschiebung auf mindestens sechs Jahre.

Die Berichte über den geplatzten Starttermin hatten Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) verärgert: »Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird«, hieß es in einer damaligen Stellungnahme. Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des »absaufenden Bergwerks« endlich angehe. 

In der Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel liegen in 13 Kammern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren dort eingelagert worden waren. Da die Asse als instabil gilt, sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es gibt einen gesetzlichen Auftrag – die sogenannte Lex Asse –, das Bergwerk unverzüglich zu räumen und stillzulegen. Die BGE in Peine ist zuständig für die Rückholung. 

In einem Plan von 2020 hatte die BGE bis zum Start der Rückholung mit Kosten von mehr als drei Milliarden Euro kalkuliert. Wie sich dieser Betrag angesichts der neuen Zeitplanung verändern könnte, blieb zunächst unklar. (dpa/fs)

  • Quellen
Pressemitteilung Nr. 04/2026 der Bundesgesellschaft für Endlagerung, 14. April 2026

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