Direkt zum Inhalt
Blutgerinnung

ATP-abhängiger Rezeptor induziert Blutgerinnsel

Rote Blutkörperchen
Wenn sich Blutgerinnsel im Körper bilden, wo sie nicht sollen, ist dafür der Tissue Factor (TF) verantwortlich – ein Protein, das unter anderem auf Leukozyten auftritt und die Gerinnungskaskade in Gang setzt. Doch dazu muss TF in seiner aktiven Form vorliegen – und welche Faktoren diese Aktivierung steuern, war bislang unklar. Nun haben amerikanische Forscher weitere Glieder dieser Reaktionskette ausgemacht, an denen sich Blutgerinnsel womöglich stoppen lassen, ohne die lebenswichtige Blutgerinnung bei Verletzungen zu unterbinden.

Das Team um Wolfram Ruf vom Scripps Research Institute in La Jolla untersuchte die Rolle des Rezeptors P2X7, der ebenfalls an der Oberfläche von Leukozyten vorkommt. P2X7 ist ein Ionenkanal, der von ATP geöffnet und geschlossen wird. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Aktivierung dieses Rezeptors die Konzentration freier Radikale erhöht, die wiederum einerseits Makrophagen stimulieren, TF-tragende Mikropartikel freizusetzen, und andererseits den Tissue Factor direkt aktivieren.

Damit sitzt P2X7 an einer bedeutenden Schaltstelle für die Entstehung von Blutgerinnseln – Mäuse, die den Rezeptor nicht tragen, bilden nach den Befunden des Teams keine Blutgerinnsel, selbst wenn sie mit Substanzen konfrontiert werden, die unter normalen Umständen Thrombosen fördern. Dennoch funktioniert bei ihnen die Blutgerinnung nach Verletzungen normal. Deswegen vermuten die Forscher, dass Hemmstoffe für P2X7 Thrombosen vorbeugen könnten, ohne innere Blutungen zu riskieren, wie es derzeit gängige Gerinnungshemmer tun. (lf)
24. KW 2011

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24. KW 2011

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Vielen Dank!

  • Quellen
Journal of Clinical Investigation 10.1172/JCI46129, 2011

SciViews