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Klimatologie: Auch Aerosol-Helligkeit entscheidet über Wolkenbildung

Das Ausmaß der Wolkenbildung an einem bestimmten Ort hängt offensichtlich auch davon ab, welche Zusammensetzung die Aerosole dort haben: Je dunkler ihre Mischung ist und je mehr Sonnenlicht sie dadurch absorbieren, desto geringer ist die Wolkenbildungsrate.

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Verhinderte Wolkenbildung | Waldbrände in Brasilien verhindern hier die Wolkenbildung, weil sie viele dunkle Aerosole freisetzen.
Umgekehrt fördern sie die Entstehung der Wolken, wenn sie in ihrer Gesamtheit eher sehr hell sind und wenig Energie aufnehmen, berichten Wissenschaftler um Lorraine Remer vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt. Mit Hilfe von Satellitendaten und Instrumentenmessungen an 17 verschiedenen Orten weltweit – darunter Washington, Peking, Rom und Mexiko City – gelang es ihnen, endlich diesen Einfluss der Aerosole auf die Wolkenbildung zu entschlüsseln. So verhindern etwa die Waldbrände im Amazonasgebiet durch die Freisetzung großer Rußmengen, dass sich dort entsprechende Wolken bilden – was wiederum Trockenheit fördert und neue Feuer anheizen kann. Dagegen begünstigen Saharastäube oder die relativ hellen Schadstoffe aus Industrieanlagen die Entstehung von relativ heftigen Niederschlagsereignissen.

Mit diesen Erkenntnissen lassen sich nun entsprechende Computermodelle verbessern, da Wolken einen wichtigen Einfluss im weltweiten Klimageschehen spielen. Remer und seine Kollegen sagen auch bereits einen weltweiten Zuwachs der mittleren Wolkenbedeckung von etwa fünf Prozent voraus und warnen zugleich, dass in bestimmten Regionen – etwa dem Amazonabecken oder Teilen Indiens und Chinas – die Wasserversorgung durch Regen beeinträchtigt werden könnte.
15.07.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.07.2006

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