Anthropologie : Auch andere waren mal klein
Ob Homo floresiensis eine eigene Spezies war oder nicht, bleibt umstritten wie eh und je. Wer zu denen gehört, die glauben, es handele sich dabei nur um besonders kleinwüchsige Homo sapiens, bekommt nun Unterstützung aus dem Inselparadies Palau ganz in der Nähe des indonesischen Fundortes vom kleinwüchsigen Flores-Menschen.
Die Skelette von Palau – rund 600 Kilometer östlich der Philippinen gelegen – sind zwischen 900 und 2900 Jahren alt. Besonders die älteren Exemplare sind ebenso kleinwüchsig wie unsere alten Australopithecus-Vorfahren und der noch recht frisch ausgestorbene Flores-Mensch, wie das Team um Lee Berger von der University of Witwatersrand in Johannesburg, Süd Afrika, ermittelte.
Es gelang den Forschern, einige typische anatomische Details der bestatteten Urbevölkerung von Palau zu ermitteln. Die älteren Exemplare lassen sich durchaus als wahre Zwerge beschreiben: Rund einen Meter groß waren sie im Durchschnitt und brachten zu Lebzeiten wohl gerade einmal zwischen 32 und 41 Kilo auf die Waage. Die Form der Gesichtspartie und Hüftknochen stempelten sie dabei aber eindeutig als Homo sapiens, wenn auch als eben kleine Sorte unserer Spezies.
Andere Eigenheiten aber teilen die Palau-Skelette auch mit den Flores-Menschen, schreiben Berger und Kollegen. So haben die beiden kleinwüchsigen Menschensorten etwa unter anderem deutliche Oberaugenwülste, relativ große Zähne und kleine Gesichtspartien im Verhältnis zur Schädelgröße sowie merkwürdig verdrehte Zahnstellungen im Ober- und Unterkiefer. Daraus wollen Berger und Co nun keinesfalls schließen, dass beide Menschen eng miteinander verwandt waren – vielmehr sind die Übereinstimmungen nach ihrer Überzeugung Folgen extremen menschlichen Kleinwuchses, der wiederum vielleicht als Reaktion einer Population an die besonderen Umweltbedingungen ihrer isolierten Inselumgebung gedeutet werden kann.
Immerhin belege sein Fund die weite Verbreitung kleinwüchsiger Inselformen auch des Menschen in der Region, so Berger – und liefert zumindest Hinweise darauf, dass auch der Hobbit, ob eigene Art oder nicht, zunächst einmal auch ein Sonderfall insularer Verzwergung sein könnte. Ungewöhnlich ist das vor Ort nicht gerade: Auch heute noch leben Pygmäenstämme wie die philippinischen Aeta ganz in der Nähe.
Jan Osterkamp/Spektrumdirekt
Die Skelette von Palau – rund 600 Kilometer östlich der Philippinen gelegen – sind zwischen 900 und 2900 Jahren alt. Besonders die älteren Exemplare sind ebenso kleinwüchsig wie unsere alten Australopithecus-Vorfahren und der noch recht frisch ausgestorbene Flores-Mensch, wie das Team um Lee Berger von der University of Witwatersrand in Johannesburg, Süd Afrika, ermittelte.
Es gelang den Forschern, einige typische anatomische Details der bestatteten Urbevölkerung von Palau zu ermitteln. Die älteren Exemplare lassen sich durchaus als wahre Zwerge beschreiben: Rund einen Meter groß waren sie im Durchschnitt und brachten zu Lebzeiten wohl gerade einmal zwischen 32 und 41 Kilo auf die Waage. Die Form der Gesichtspartie und Hüftknochen stempelten sie dabei aber eindeutig als Homo sapiens, wenn auch als eben kleine Sorte unserer Spezies.
Andere Eigenheiten aber teilen die Palau-Skelette auch mit den Flores-Menschen, schreiben Berger und Kollegen. So haben die beiden kleinwüchsigen Menschensorten etwa unter anderem deutliche Oberaugenwülste, relativ große Zähne und kleine Gesichtspartien im Verhältnis zur Schädelgröße sowie merkwürdig verdrehte Zahnstellungen im Ober- und Unterkiefer. Daraus wollen Berger und Co nun keinesfalls schließen, dass beide Menschen eng miteinander verwandt waren – vielmehr sind die Übereinstimmungen nach ihrer Überzeugung Folgen extremen menschlichen Kleinwuchses, der wiederum vielleicht als Reaktion einer Population an die besonderen Umweltbedingungen ihrer isolierten Inselumgebung gedeutet werden kann.
Immerhin belege sein Fund die weite Verbreitung kleinwüchsiger Inselformen auch des Menschen in der Region, so Berger – und liefert zumindest Hinweise darauf, dass auch der Hobbit, ob eigene Art oder nicht, zunächst einmal auch ein Sonderfall insularer Verzwergung sein könnte. Ungewöhnlich ist das vor Ort nicht gerade: Auch heute noch leben Pygmäenstämme wie die philippinischen Aeta ganz in der Nähe.
Jan Osterkamp/Spektrumdirekt
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