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Mikrobiologie: Auch Bakterien altern

Bakterien, die bisher als potenziell unsterbliche Organismen galten, sind ebenfalls nicht gegen Altern und Tod gefeit: Forscher in Frankreich haben beim Darmbakterium Escherichia coli Alterungserscheinungen nachgewiesen.

Wie die meisten Bakterien schnürt sich E. coli in der Mitte durch, sodass zwei gleich große Zellhälften entstehen. Die jeweils andere Hälfte wird dann neu synthetisiert. Dadurch besteht jede Zelle aus einem alten Zellpol, den sie von ihrer Vorgängerzelle geerbt hat, sowie aus einem neuen.

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Escherichia coli | Wachsende Bakterienkolonie von Escherichia coli: Die ältesten Zellen sind rot markiert, die jüngsten blau.
Eric Stewart vom französischen Medizinforschungsinstitut Inserm in Paris und seine Kollegen verfolgten nun das Schicksal der Bakterienzellen in Abhängigkeit vom Alter ihrer Zellpole. Sie markierten hierfür einzelne E.-coli-Zellen mit Fluoreszenzfarbstoffen und beobachteten das Wachstum der Kolonien mit einem automatischen Zeitraffer-Mikroskop. Die anschließende Auswertung von über 35 000 Zellen zeigte, dass die Bakterien mit den ältesten Zellpolen eine geringere Wachstums- und Teilungsrate sowie ein höheres Absterberisiko hatten als diejenigen mit neu synthetisierten Zellhälften.

Bei einzelligen Hefen, die zu den Organismen mit echten Zellkern – den Eukaryoten – gehören, waren Alterungserscheinungen bereits bekannt. Ihre Zellteilung verläuft allerdings als asymmetrische Sprossung, bei der eine junge Tochterzelle von einer älteren Elternzelle hervorgeht.

Nach Ansicht der Forscher treten Alterungserscheinungen jedoch bei allen Organismen auf. Unsterblichkeit gäbe es demnach auch bei Bakterien nicht.

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