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Hunde: Auf der Suche nach dem Ursprungsland

Seit Jahrtausenden begleiten uns Hunde auf Schritt und Tritt und ziehen bei jeder Völkerwanderung mit. Woher die Vierbeiner eigentlich kommen, wurde nun neu untersucht.
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Hunde kommen wohl ursprünglich aus der Gegend von Nepal und der Mongolei. Zu diesem Ergebnis kam jedenfalls eine Arbeitsgruppe um Adam Boyko von der Cornell University in Ithaca, nachdem sie sich den bislang größten Datensatz an Hundegenen angeschaut hatte. Sie sammelten hierzu Erbgut von rund 5000 Hunden aus allen Teilen der Welt, insbesondere das von etwa 500 "Dorfhunden": frei herumstreifenden und vom Menschen weitgehend unbeeinflussten Tieren, deren Genpool sich seit jeher ohne das Zutun eines Züchters mischt und somit mannigfaltiger und aussagekräftiger ist als das ihrer gut behüteten Artverwandten.

Als Ursprungsländer des Hundes standen bis dato unter anderem Europa, Ägypten, Indien oder Ostasien zur Debatte. Boyko und Kollegen kamen nun zu einem anderen Ergebnis. Sie untersuchten mehr als 185 800 Genmarker aus Y-Chromosomen, Autosomen und mitochondrialer DNA und erstellten daraus einen Stammbaum für die Hunde. Besonders die Populationen rund um Zentralasien sind ihren Untersuchungen zufolge genetisch breit gefächert aufgestellt. Die "sparsamste" Erklärung dafür lautet den Forschern zufolge, dass der Ursprung der Vierbeiner in den Wölfen aus diesem geografischen Raum zu suchen ist; zudem lasse sich dieses Ergebnis überwiegend mit den von ihnen aufgestellten Stammbäumen in Einklang bringen.

Da der Haushund – fachsprachlich Canis lupus familiaris – seinem Besitzer vermutlich schon vor mehr als 15 000 Jahren bei jeder Völkerwanderung oder Migration folgte, entsprechen seine Reiserouten überwiegend denen des Menschen. Das stellt die Forschung in diesem Feld vor ein Problem, erschwert es doch die genaue Ortung der erstmaligen Domestikation. Es könnte also beispielsweise sein, dass sich die gerade gezähmten Wölfe erst nach ihrer Eingliederung in den menschlichen Haushalt mit ihren Herrchen und Frauchen in Zentralasien niederließen. Eine gleichzeitig an mehreren Orten stattfindende Domestikation der Vierbeiner ist ebenfalls denkbar. Hierüber könnte vor allem die Untersuchung von Hunde-DNA aus archäologischen Fundstätten weiteren Aufschluss geben.

Die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Hunden verschiedener Weltregionen konnten die Forscher dagegen eindeutiger ausmachen. So sind die Hunde aus Europa nah mit denen aus Amerika und von den Westindischen Inseln verwandt. Indigene Artgenossen gibt es dort wohl seit der Kolonisation nur noch wenige. Sie wurden weit gehend durch das europäische Pendant ersetzt. In Afrika hingegen konnten sich die Ursprungspopulationen mancherorts gegen später eingeführte europäische Hunde durchsetzen.

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