Exoplaneten: Auf Planetensuche bei Proxima Centauri

Der rote Zwergstern Proxima Centauri ist mit einem Abstand von nur 4,2 Lichtjahren der uns am nächsten stehende Stern am Firmament und Teil des Sternsystems Alpha Centauri am Südhimmel. Proxima könnte Planeten beherbergen, aber trotz seiner großen Nähe war bislang jede Suche nach Begleitern vergeblich. Dies soll sich nun mit den Untersuchungen eines Forscherteams um Kailash C. Sahu vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, Maryland, ändern. Die Astronomen planen, das Weltraumteleskop Hubble zu benutzen, wenn Proxima im Oktober 2014 und Februar 2016 dicht an zwei Hintergrundsternen vorbeiziehen wird.
Dann beeinflusst das Schwerefeld von Proxima den Lichtweg der Hintergrundsterne, da seine Masse den Raum geringfügig krümmt und somit ihr Licht ablenkt. Dadurch verändern sich scheinbar die Positionen der Hintergrundsterne am Himmel, wenn Proxima in deren Sichtlinie gerät. Diese feinen vorübergehenden Änderungen lassen sich mit dem Weltraumteleskop Hubble messen. Auf Grund ihrer großen Nähe bewegt sich Proxima recht schnell über den Himmel und verschiebt ihre Position in 500 Jahren um die Breite des Vollmonds.
Bisherige astrometrische Untersuchungen, welche die Eigenbewegung von Proxima Centauri am Himmel mit hoher Präzision verfolgen, schließen das Vorhandensein eines Planeten mit 80 Prozent der Jupitermasse und einer Umlaufdauer von weniger als 1000 Tagen aus. Das Gleiche gilt für einen Planeten mit der Masse des Neptuns in einem Abstand, der demjenigen der Erde von der Sonne entspricht. Aber diese Messergebnisse lassen nach wie vor noch viel Spielraum für Planeten in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft; insbesondere könnte Proxima von Felsplaneten mit Massen ähnlich unserer Erde umrundet werden. Die Beobachtungen von Proxima versprechen also, spannend zu werden.

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